Die Gastronomiebranche in Deutschland befindet sich weiterhin in einer schwierigen Lage: Im Jahr 2025 sind die Insolvenzen zum vierten Mal in Folge gestiegen. Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform waren mehr als 2.900 Betriebe betroffen – der höchste Wert seit 2011 und fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Zwischen 2020 und 2025 summieren sich die Insolvenzen auf über 11.200, hinzu kommen fast 69.000 Unternehmen, die ihre Betriebe ganz aufgegeben haben.
Die Hauptursachen dafür sind eine Kombination aus Pandemie-Folgen, Energiekrise und Inflation. Zudem machen hohe Lohnkosten vielen Gastronomen zu schaffen. Das veränderte Konsumverhalten der Verbraucher führt dazu, dass weniger oft und weniger großzügig in Restaurants und Bars ausgegeben wird – etwa weniger Aperitifs, Nachtisch oder Wein bestellt werden. Stattdessen wird häufiger Essen zum Mitnehmen gewählt.
Kleinere und inhabergeführte Betriebe sind besonders betroffen, vor allem in kleineren Städten und ländlichen Regionen. Fast 40 Prozent der Unternehmen weisen eine geringe Eigenkapitalquote von unter 10 Prozent auf, etwa ein Drittel schreibt Verluste. Eine Entspannung der Lage ist laut Experten auch 2026 nicht in Sicht; die Insolvenzrate könnte weiter steigen.
Eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt, dass Verbraucher bei Freizeitaktivitäten wie Restaurantbesuchen, Kino oder Theater am meisten sparen, während Ausgaben für Lebensmittel oder Bekleidung weniger stark reduziert werden. Zur Entlastung wurde die Mehrwertsteuer auf Speisen Anfang 2026 von 19 auf 7 Prozent gesenkt, doch die Preise sanken nur leicht. Viele Betriebe nutzen die Steuererleichterung vor allem, um gestiegene Kosten zu kompensieren.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) berichtet, dass die Branche bereits das sechste Jahr in Folge preisbereinigt Umsatzverluste verzeichnet. Die Kosten für Waren, Personal und Energie sind seit 2022 teilweise um bis zu 40 Prozent gestiegen, was die wirtschaftliche Erholung erschwert.
Insgesamt steht die Gastronomiebranche vor großen Herausforderungen: Die Kombination aus hohen Kosten, Sparverhalten der Kunden und wirtschaftlicher Unsicherheit führt zu einer Rekordzahl an Insolvenzen und Betriebsschließungen – besonders kleinere Betriebe kämpfen ums Überleben.