Neues Tourismusgesetz in Kärnten beschlossen
Mehr Mittel für Tourismus, Einigung bei SPÖ, ÖVP und Team Kärnten – FPÖ kritisiert Abgabenerhöhung.
Der Kärntner Landtag verabschiedete eine Tourismusreform mit neuem Abgabenpaket. Die Regierungsparteien SPÖ, ÖVP und Team Kärnten stimmten zu, während die FPÖ das Gesetz ablehnte und die Erhöhung der Aufenthaltsabgabe scharf kritisierte.
Ziel der Reform ist eine deutliche Vereinfachung der Verwaltungsstruktur: Aus derzeit 125 Organisationseinheiten werden künftig zehn auf zwei Ebenen – Kärnten Werbung und neun Tourismusverbände. Ab November gilt eine einheitliche Aufenthaltsabgabe von 4,50 Euro pro Nacht (4 Euro auf Campingplätzen), inklusive öffentlicher Verkehrsanbindung. Außerdem ersetzt eine Zweitwohnungsabgabe die bisherige Zweitwohnsitzabgabe, und die Motorbootabgabe wird erhöht. Insgesamt sollen rund 20 Millionen Euro mehr für den Tourismus zur Verfügung stehen.
ÖVP-Klubobmann Markus Malle bezeichnete die Erhöhung der Ortstaxe von 2,70 auf 4 Euro als moderat: „1,30 Euro mehr ist kein Weltuntergang.“ SPÖ-Abgeordnete lobten die gebündelten Strukturen und die zusätzlichen Mittel für Mobilität und Infrastruktur, die auch der Verbesserung von Wander- und Radwegen dienen sollen. Team Kärnten betonte die Notwendigkeit klarer und einfacher Strukturen, die Vertrauen schaffen und Bürokratie abbauen.
Die FPÖ kritisierte das Gesetz als „Pfusch“ und warf der Regierung vor, es gehe vor allem ums „Abkassieren“. Insbesondere die Aufenthaltsabgabe auf Campingplätzen und die Mobilitätsabgabe stießen auf Ablehnung, da sie aus Sicht der Freiheitlichen die Bevölkerung unnötig belasten.
Insgesamt setzt Kärnten mit dem neuen Gesetz auf mehr Effizienz und finanzielle Mittel, um den Tourismus zukunftsfähig zu gestalten – während die politische Debatte um die Kosten für Gäste und Betriebe weitergeht.
APA/red.