21 neue Züge sollen Tirol und Südtirol verbinden
Mit den neuen Coradia-Stream-Zügen soll der Bahnverkehr zwischen Tirol und Südtirol effizienter gestaltet werden.
Der grenzüberschreitende Nahverkehr zwischen Tirol und Südtirol soll ab dem Jahr 2027 für Fahrgäste deutlich einfacher werden. Hintergrund ist die gemeinsame Beschaffung von insgesamt 21 neuen Zügen durch das Land Tirol und das Land Südtirol. Damit soll künftig ein Umstieg am Brenner entfallen, der bislang für viele Reisende notwendig ist.
Durchgehendes Angebot trotz Systemgrenzen
Auch wenn der Umstieg am Grenzbahnhof künftig wegfallen soll, bleibt dort weiterhin ein Halt mit Wechsel des Zugpersonals vorgesehen. Damit wird der Betrieb weiterhin an die unterschiedlichen nationalen Systeme angepasst, wie es in einer Mitteilung des Landes Tirol heißt. Grund für die bisherigen Einschränkungen ist unter anderem die technische Trennung der Bahnstromsysteme in Österreich und Italien. Die neuen Fahrzeuge des Typs „Coradia Stream“ sind jedoch für beide Systeme ausgelegt und sollen so einen durchgehenden Betrieb ermöglichen.
Gemeinsame Beschaffung
Von den insgesamt 21 bestellten Zügen entfallen sechs auf das Land Tirol. Diese werden über die ÖBB im Rahmen eines Verkehrsdienstevertrags finanziert. Das Land Südtirol hat bereits zuvor 15 Einheiten bestellt. Die neuen Nahverkehrszüge bieten 381 Sitzplätze und verfügen über ein vergrößertes Fahrradabteil. Damit sollen sie sowohl für Pendler als auch für Freizeit- und Tourismusverkehr besser geeignet sein.
Ende der Verbindung Wien-Bozen geplant
Parallel zu den neuen Regionalzügen wird die Railjet-Verbindung zwischen Wien und Bozen mit Dezember 2026 eingestellt. Diese Entscheidung war bereits im Vorjahr angekündigt worden. Zur Begründung hieß es, die Verbindung sei wiederholt von Ausfällen und Verspätungen betroffen gewesen.
Rolle des Brennerbasistunnel
Im Zusammenhang mit den neuen Entwicklungen verweisen die Verantwortlichen auch auf den künftigen Brennerbasistunnel (BBT). Dieser wurde bei einem Arbeitstreffen der Verkehrsverantwortlichen von Tirol und Südtirol als wichtiger Faktor für die künftige Entwicklung des Bahnverkehrs bewertet. Durch den Tunnel sollen sowohl Güterverkehr von der Straße verlagert als auch Reisezeiten verkürzt werden. Nach Einschätzung der Politik könnte dies dazu beitragen, den Bahnverkehr insgesamt attraktiver zu machen und neue regionale Verbindungen zu stärken. Auch einzelne Bahnknoten wie Brixen könnten dadurch an Bedeutung gewinnen.
(APA/red)