Systemgastronomie wächst trotz Teuerung

Der österreichische Fast-Food-Sektor zeigt sich trotz deutlicher Preissteigerungen in den letzten fünf Jahren weiterhin robust und wachstumsorientiert.

05.06.2026 10:09
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Der österreichische Fast-Food-Sektor zeigt sich weiterhin stabil, obwohl einzelne internationale Ketten wie Domino’s Pizza im Land keinen nachhaltigen Markterfolg erzielen konnten. Insgesamt ist auf dem Markt keine generelle Schwäche erkennbar, auch wenn die Preise in der Systemgastronomie in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind.

Deutliche Preisentwicklung

Nach Angaben der Branchenbeobachtung Branchenradar auf Anfrage der APA haben die Verkaufspreise in der Systemgastronomie zwischen 2020 und 2025 je nach Segment um rund 30 bis knapp 45 Prozent zugelegt. Besonders betroffen waren Schnellrestaurants sowie Take-away-Angebote. Im Vergleich zur klassischen Gastronomie bewegt sich der Preisauftrieb in einem ähnlichen Bereich, wird jedoch im Fast-Food-Segment teilweise durch Rabatte, Menüaktionen und Gutscheinsysteme abgefedert. Real betrachtet liege der Anstieg daher etwas niedriger und bewege sich laut Einschätzungen eher im Bereich von rund 25 bis 30 Prozent und damit nahe der allgemeinen Inflationsentwicklung.

Expansion und Standortsuche bleiben dynamisch

Trotz der Preisentwicklung investieren Fast-Food- und Systemgastronomieketten weiter in neue Standorte. Unternehmen wie KFC, L’Osteria, Le Burger oder Kaiser’s suchen gezielt nach frequentierten Lagen in Einkaufszentren, Innenstädten und Fachmarktzentren am Stadtrand. Als entscheidend gelten dabei vor allem gute Verkehrsanbindungen und hohe Kundenfrequenz. So eröffnete KFC zuletzt etwa einen neuen Flagship-Standort in Wien Mitte – The Mall. Kaiser’s kündigte neue Standorte im City Center Amstetten sowie in der Innenstadt von St. Pölten an, wie RE/MAX berichtet.

Hohe Standortdichte internationaler Ketten

Österreich weist im internationalen Vergleich eine hohe Dichte an Fast-Food-Standorten auf. Mit rund 200 Filialen von McDonald’s kommt das Land auf etwa 22 Standorte pro Million Einwohner. Damit liegt Österreich vor größeren Märkten wie Großbritannien oder Deutschland, nur Frankreich weist in Europa eine noch höhere Dichte auf. Auch andere internationale Ketten wie KFC oder Subway sind zunehmend in kleineren Städten vertreten, darunter etwa Bezirksstädte wie Spittal an der Drau in Kärnten oder Liezen in der Steiermark.

Preisniveau bleibt für Konsumenten spürbar

Trotz des verbreiteten Preisauftriebs bleibt Fast Food kein günstiges Konsumgut mehr. Die Teuerung in der Systemgastronomie hat die Kosten für Konsumenten deutlich erhöht, auch wenn Aktionen und Rabattsysteme die effektive Preissteigerung teilweise dämpfen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage stabil, was Branchenkenner unter anderem auf verlässliche Öffnungszeiten, standardisierte Angebote sowie gut erreichbare Standorte zurückführen. Diese Faktoren gelten weiterhin als zentrale Wettbewerbsvorteile im österreichischen Fast-Food-Markt.

(APA/red)

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