IATA warnt vor weiteren Airline-Pleiten
Steigende Treibstoffkosten und anhaltende Lieferprobleme setzen Fluggesellschaften weltweit zunehmend unter Druck.
Der Weltluftfahrtverband IATA rechnet angesichts hoher Kerosinpreise mit weiteren Insolvenzen in der Luftfahrtbranche. IATA-Generaldirektor Willie Walsh erklärte am Rande der Jahrestagung des Verbandes in Rio de Janeiro, dass insbesondere kleinere und finanziell schwächer aufgestellte Fluggesellschaften Schwierigkeiten haben könnten, die stark gestiegenen Betriebskosten zu bewältigen.
Vor allem Billigfluggesellschaften stehen unter Druck, da ihnen zusätzliche Ertragsquellen wie Premiumklassen oder umfangreiche Vielfliegerprogramme fehlen. Um ihre Wirtschaftlichkeit zu sichern, dürften zahlreiche Airlines unrentable Strecken aus dem Flugplan streichen. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Flugpreise auf einem hohen Niveau bleiben.
Zusätzliche Belastungen entstehen durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Einschränkungen wichtiger Flugrouten führen zu längeren Flugwegen und höheren Kosten. Auch bedeutende Drehkreuze in der Golfregion sind von den Auswirkungen betroffen, wenngleich die IATA langfristig keine nachhaltige Schwächung der Region als globalen Luftverkehrsknotenpunkt erwartet.
Kritik übte Walsh zudem an den Flugzeug- und Triebwerksherstellern. Verzögerungen bei Auslieferungen von Flugzeugen sowie Engpässe bei Triebwerken erschweren den Airlines die Modernisierung und Erweiterung ihrer Flotten. Die daraus resultierenden Probleme in den Lieferketten verursachen nach Angaben der IATA erhebliche Mehrkosten für die Branche.
Trotz der aktuellen Herausforderungen hält der Verband an seinem Ziel fest, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften. Allerdings verläuft die Entwicklung und Verfügbarkeit nachhaltiger Flugkraftstoffe langsamer als erhofft, was die Umsetzung der langfristigen Klimastrategie zusätzlich erschwert.
APA/Red.
