Getränkepreise in steirischer Gastronomie steigen weiter
Die Getränkepreise in der steirischen Gastronomie sind im Vergleich zum Vorjahr um rund vier Prozent gestiegen und liegen damit über der allgemeinen Inflationsrate.
Die Preise für Getränke in steirischen Gastronomiebetrieben sind im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Eine Untersuchung der Arbeiterkammer Steiermark (AK) zeigt eine durchschnittliche Verteuerung von rund vier Prozent. Damit liegt der Anstieg über der allgemeinen Inflationsrate. Für die aktuelle Erhebung analysierte die AK-Marktforschung die Preise ausgewählter Getränke in Grazer Innenstadtlokalen sowie in Gastronomiebetrieben der steirischen Bezirke. Untersucht wurden unter anderem Kaffee, Bier, Spritzer, Fruchtsäfte und alkoholfreie Aufspritzgetränke. Insgesamt flossen die Preise von 42 Lokalen in die Auswertung ein, darunter 22 Betriebe in Graz und 20 in den Bezirken. Erfasst wurden mehr als 700 einzelne Preisangaben.
Große Unterschiede bei den Preisen
Die Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gastronomiebetrieben. Ein Cappuccino kostet in Grazer Lokalen zwischen 3,80 und 4,90 Euro. In den Bezirken liegt die Preisspanne zwischen 2,80 und 4,20 Euro. Auch bei Bier zeigen sich Unterschiede: Für einen halben Liter Bier werden in Graz zwischen 4,80 und 6,50 Euro verlangt, außerhalb der Landeshauptstadt liegen die Preise zwischen 4,30 und 5,50 Euro. Bei alkoholfreiem Bier in der 0,5-Liter-Größe reicht die Spanne in Graz von 4,90 bis 6,20 Euro, in den Bezirken von 4,30 bis 5,40 Euro. Bei weiteren Getränken fallen ebenfalls große Preisdifferenzen auf. Ein weißer Spritzer mit 0,25 Litern kostet steiermarkweit zwischen 2,40 und 5,90 Euro. Ein mit Leitungswasser verlängerter Fruchtsaft oder Nektar mit einem halben Liter wird zwischen 2,80 und 5,50 Euro angeboten. Die Preise hängen dabei auch von der jeweiligen Marke ab.
Unterschiede von mehr als 60 Prozent
Besonders deutlich wird die Preisspanne beim Verlängerten. Laut AK-Marktforschung liegen die Preise dafür in der Steiermark zwischen 2,80 und 4,50 Euro. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot besteht damit ein Unterschied von mehr als 60 Prozent. AK-Marktforscherin Andrea Büdenbender weist darauf hin, dass sich ein Vergleich der Angebote für Konsumenten auszahlen kann. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Lokalen seien bei manchen Getränken besonders groß.
Leitungswasser häufig mit Verrechnung
Auch der Umgang mit Leitungswasser wurde in der Untersuchung berücksichtigt. In vielen Getränkekarten ist Leitungswasser kostenpflichtig ausgewiesen. Bei gleichzeitigem Konsum anderer Getränke wird es laut AK jedoch häufig nicht verrechnet.
Gastronomie in Graz teurer als in den Bezirken
Zwischen Graz und den steirischen Bezirken besteht weiterhin ein Preisunterschied. Über alle untersuchten Produktgruppen hinweg liegen die Preise in der Landeshauptstadt etwa acht Prozent beziehungsweise rund 30 Cent höher. Bei der Entwicklung der Preise zeigt sich laut AK hingegen ein ähnliches Bild in Stadt und Bezirken: Die durchschnittliche Steigerung liegt in beiden Bereichen bei knapp vier Prozent und damit etwas über der aktuellen allgemeinen Inflationsrate.
(PA/red)