EU nimmt touristische Vermietung unter die Lupe

Die EU diskutiert neue Regeln für Ferienwohnungen, um den steigenden Druck auf Wohnmärkte in Tourismusregionen zu verringern.

03.08.2026 14:48
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Besonders in stark nachgefragten Tourismusregionen und Städten kann die Nutzung von Wohnungen für kurzfristige Aufenthalte den Druck auf lokale Wohnungsmärkte erhöhen.

Die zunehmende touristische Kurzzeitvermietung wird in Europa stärker in die Diskussion um leistbaren Wohnraum einbezogen. Der EU-Sonderausschuss zum Thema „leistbares Wohnen“ hat wichtige Grundlagen für den geplanten „Affordable Housing Act“ der EU-Kommission erarbeitet. Das berichtete der SPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament, Andreas Schieder, am heutigen Montag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Besonders in stark nachgefragten Tourismusregionen und Städten könne die Nutzung von Wohnungen für kurzfristige Aufenthalte den Druck auf lokale Wohnungsmärkte erhöhen, erklärte Schieder. Der Bericht des Sonderausschusses sieht daher vor, Gemeinden künftig mehr Möglichkeiten zu geben, bei einer nachweisbaren Belastung des Wohnungsmarktes regulierend einzugreifen.

Balance zwischen Tourismus und Wohnraum

Für viele Urlaubsdestinationen entsteht damit eine zentrale Herausforderung: Einerseits sind Ferienwohnungen ein wichtiger Bestandteil des touristischen Angebots, andererseits benötigen Einheimische leistbaren Wohnraum. Der geplante EU-Rahmen soll dabei helfen, regionale Besonderheiten stärker zu berücksichtigen. Nach Angaben Schieders gehe es nicht nur um zusätzlichen Wohnraum, sondern vor allem um leistbare Wohnungen für die Mittelschicht. Weitere Schwerpunkte des Berichts sind zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten für Wohnbau und Sanierungen sowie Maßnahmen gegen Wohnungs- und Obdachlosigkeit.

Tirol als Beispiel für Wohnbaupolitik

Auch Tirol spielte laut Schieder in den Beratungen des Sonderausschusses eine Rolle. Modelle wie die Baulandmobilisierung, eine Leerstandsabgabe und die Bedeutung gemeinnütziger Bauträger seien Beispiele, die europaweit diskutiert würden. Tirols Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth verwies auf die Bedeutung der Tiroler Wohnbauförderung. Im vergangenen Jahr seien dafür rund 434 Millionen Euro bereitgestellt worden.

Neue Regeln für Gemeinden erwartet

Der „Affordable Housing Act“ der EU-Kommission soll im September vorgestellt werden. Für Tourismusregionen wird besonders relevant sein, welche Möglichkeiten Gemeinden künftig erhalten, um das Verhältnis zwischen touristischer Nutzung und dauerhaftem Wohnraum zu steuern. Die Diskussion zeigt: In vielen beliebten Destinationen wird die Frage, wie ausreichend Wohnraum für die Bevölkerung gesichert und gleichzeitig ein attraktives touristisches Angebot erhalten werden kann, zu einer der wichtigsten Zukunftsaufgaben.

(APA/red)

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