Champagner-Ernte beginnt so früh wie nie
Rekordhitze hat die Trauben in der Champagne besonders früh reifen lassen. Die Winzer erwarten eine kleine, aber qualitativ gute Ernte.
In der französischen Champagne hat die Weinlese heuer so früh begonnen wie noch nie. Ursache ist nach Angaben des Verbands der Champagner-Winzer die außergewöhnliche Hitze seit Jahresbeginn, die den Reifeprozess der Trauben beschleunigt hat. In einigen Regionen wurden bereits in der vergangenen Woche die ersten Trauben geerntet.
Der Trend zu immer früheren Erntezeiten zeigt sich bereits seit den 1980er-Jahren und gilt als Folge der globalen Erwärmung. Im Durchschnitt beginnt die Weinlese heute rund zwei Wochen früher als noch vor 20 Jahren.
Bei der Qualität rechnen die Winzer mit einem guten Jahrgang. Die Menge dürfte allerdings deutlich geringer ausfallen. Im Frühjahr wurden durch Frost fast 40 Prozent der Knospen in den Weinbergen beschädigt. Zusätzlich setzte die Trockenheit den Reben zu. Wegen des Wassermangels sind die Trauben kleiner und leichter als üblich.
Um mögliche Engpässe auszugleichen, dürfen Champagnerproduzenten heuer aufgrund einer Sonderregelung des französischen Landwirtschaftsministeriums bis zu 15 Prozent Most zukaufen. Üblicherweise liegt die erlaubte Menge bei fünf Prozent.
Strenge Regeln für Champagner
Die Bezeichnung Champagner ist ausschließlich Schaumweinen aus dem französischen Anbaugebiet Champagne vorbehalten. Die Trauben müssen dort angebaut und per Hand gelesen werden. Auch die Herstellung unterliegt strengen Vorgaben, darunter die Flaschengärung.
Schaumweine, die außerhalb der Champagne nach vergleichbaren Verfahren hergestellt werden, dürfen nicht als Champagner bezeichnet werden. In Österreich wird dafür etwa die Bezeichnung „Hauersekt“ verwendet, in Italien „Spumante Metodo Classico“.
APA/Red.