Freizeitticket Tirol feiert 20-jähriges Bestehen

Vor 20 Jahren startete das Freizeitticket mit drei Skigebieten, heute umfasst der Verbund mehr als hundert Partner und Einrichtungen.

01.09.2026 15:05
red04
© Jan Hetfleisch
v.l.: Univ.-Prof. Dr. Martin Schnitzer (Leiter des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck), Thomas Schroll (Vorsitzender und Initiator des Freizeittickets Tirol), Johannes Anzengruber (Bürgermeister der Stadt Innsbruck) und Reinhard Klier (Sprecher der Tiroler Seilbahnen).

Vor 20 Jahren startete das heutige Freizeitticket Tirol als Freizeitticket Innsbruck. Die Saisonkarte galt zunächst für die Nordkette, den Patscherkofel und die Mutterer Alm. 2.900 Karten wurden im ersten Jahr verkauft. Inzwischen ist daraus ein Freizeitverbund mit Angeboten zu jeder Jahreszeit geworden. Das Freizeitticket umfasst mittlerweile 32 Bergbahnen und Kleinlifte, 13 Eislaufplätze, 14 Freibäder und Badeseen, vier Hallenbäder, zwölf Kulturpartner und 51 Bonuspartner. 71.600 Karten sind zuletzt verkauft worden. Damit gilt das Freizeitticket Tirol als meistverkaufte Freizeit-Verbundkarte Österreichs.

Schwerpunkt bleibt der Raum Innsbruck

Trotz der Ausweitung auf zahlreiche Angebote in Tirol liegt der Schwerpunkt weiterhin in und rund um Innsbruck. Rund 90 Prozent der Karten werden im Großraum Innsbruck verkauft. Für Thomas Schroll, Vorsitzender und Initiator des Freizeittickets, stand bei der Gründung nicht die möglichst schnelle Ausweitung des Angebots im Vordergrund. Ziel sei es gewesen, der Bevölkerung einen leistbaren Zugang zu verschiedenen Freizeitangeboten zu ermöglichen. Die heutige Größe des Verbunds führt Schroll vor allem auf die langjährige Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnern zurück.

Regelmäßige Nutzung

Wie das Freizeitticket genutzt wird, hat das Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck untersucht. 62 Prozent der Befragten gaben an, das Ticket mindestens einmal pro Woche zu verwenden. Als wichtige Gründe für den Kauf wurden die Gültigkeit im Sommer und Winter, der Zugang zu Sportangeboten und die Zahl der verfügbaren Einrichtungen genannt. Befragt wurden vor allem erwachsene und sportlich aktive Nutzer aus Innsbruck und Umgebung. Auch bei der Nutzung regionaler Angebote zeigen sich deutliche Effekte. 90,4 Prozent der Befragten erklärten, tourismusnahe Freizeitangebote in der Region durch das Freizeitticket häufiger zu nutzen. 71,3 Prozent gaben an, Anbieter zu besuchen, die sie ohne das Ticket nicht besucht hätten. Die Befragten verbinden das Freizeitticket außerdem mit einem leichteren Zugang zu Sport- und Freizeitangeboten und einer höheren wahrgenommenen Lebensqualität. Die Untersuchung bezieht sich allerdings vor allem auf aktive erwachsene Nutzer und lässt damit nur eingeschränkt Rückschlüsse auf die Gesamtbevölkerung zu.

Verbindung von Stadt und Umland

Für Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber ist das Freizeitticket ein Teil des regionalen Freizeitangebots. Die Karte erleichtere den Zugang zu den verschiedenen Einrichtungen und verbinde die Stadt mit den Bergbahnen und Freizeiteinrichtungen im Umland. Diese Verbindung zeigt sich auch bei den Verkaufszahlen. Obwohl das Angebot inzwischen weit über den ursprünglichen Raum Innsbruck hinausgeht, wird die große Mehrheit der Karten weiterhin dort verkauft.

Vorteil für kleinere Skigebiete

Zum Verbund gehören auch kleinere und stadtnah gelegene Skigebiete. Für Einrichtungen wie das Rangger Köpfl oder die Patscherkofelbahn kann die Einbindung in eine gemeinsame Karte zusätzliche Nachfrage bringen. Für Einheimische und regelmäßige Skifahrer bieten Verbundkarten die Möglichkeit, mehrere Skigebiete mit einer Karte zu nutzen. Gerade für kleinere Standorte kann das von Bedeutung sein, weil sie nicht ausschließlich auf einzelne Tagesgäste angewiesen sind. Reinhard Klier, Sprecher der Tiroler Seilbahnen, verweist in diesem Zusammenhang auf die jährliche Diskussion über die Kosten des Skifahrens. Im Mittelpunkt stünden dabei häufig die Tagestarife einzelner großer Skigebiete. Für Einheimische und Vielfahrer seien dagegen Saison- und Jahreskarten sowie regionale Verbundangebote entscheidender.

Angebot über zwei Jahrzehnte gewachsen

Die Entwicklung des Freizeittickets zeigt sich vor allem an den Zahlen. Aus 2.900 verkauften Karten im ersten Jahr wurden 71.600. Gleichzeitig wurde das ursprünglich auf drei Skigebiete beschränkte Winterangebot zu einer Ganzjahreskarte mit inzwischen mehr als hundert beteiligten Einrichtungen und Partnern. Zum 20-Jahr-Jubiläum wird daher auch auf die beteiligten Bergbahnen, Freizeiteinrichtungen, Museen, Bonuspartner und Mitarbeiter verwiesen. Ohne deren Beteiligung wäre die heutige Form des Freizeittickets nicht entstanden, betont Schroll. Das Angebot soll auch in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Partnern weitergeführt und entwickelt werden.

(PA/red)

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