Reiselust der Österreicher lässt nach

Die Österreicher haben im ersten Halbjahr weniger und kürzer Urlaub gemacht, während die Zahl der Geschäftsreisen deutlich gestiegen ist.

22.09.2026 15:43
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Private Reisen gingen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent auf 11,6 Millionen zurück.

Die Österreicher haben im ersten Halbjahr weniger und kürzer Urlaub gemacht. Laut vorläufigen Daten der Statistik Austria gingen die privaten Reisen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent auf 11,6 Millionen zurück. Darin enthalten sind auch Besuche bei Verwandten und Bekannten. Auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank von 4,7 auf 4,5 Tage. Damit ging die Zahl der Urlaubsreisen bereits zum zweiten Mal in Folge zurück, nachdem im ersten Halbjahr 2024 ein Höchststand erreicht worden war. Auslands- und Inlandsreisen waren gleichermaßen betroffen.

Geschäftsreisen legen zu

Deutlich anders entwickelte sich der Bereich der Geschäftsreisen. Diese stiegen im ersten Halbjahr um 4,5 Prozent auf 1,8 Millionen. Besonders stark war das Plus bei Auslandsreisen, deren Zahl um 13,8 Prozent auf rund 950.000 zunahm. Bei den Auslandsurlauben blieb Italien das beliebteste Reiseziel, gefolgt von Deutschland, Kroatien, Spanien und Ungarn. Der Anteil der Fernreisen außerhalb Europas und der Türkei stieg leicht von 9 auf 9,2 Prozent. In Österreich lagen die Steiermark mit 21,5 Prozent, Salzburg mit 13,3 Prozent und Oberösterreich mit 12,9 Prozent an der Spitze. Insgesamt entfielen 49,7 Prozent der Urlaubsaufenthalte auf das Inland und 50,3 Prozent auf das Ausland.

Das Auto bleibt vorne

Bei 58,3 Prozent der Urlaubsreisen erfolgte die An- und Abreise mit dem Auto. Damit sank der Anteil gegenüber 59,7 Prozent im Vorjahr und 60,9 Prozent vor zwei Jahren. Bei Inlandsreisen war das Auto mit 75,1 Prozent deutlich stärker vertreten. Bei Auslandsreisen lag der Anteil bei 41,7 Prozent. Dort entfielen 38,3 Prozent auf das Flugzeug und 11,3 Prozent auf die Bahn. Im Inland wurde dagegen bei 20,5 Prozent der Reisen der Zug genutzt.

Tourismus bleibt wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) verwies unterdessen auf die weiterhin große Bedeutung des Tourismus für Österreich. Der Sektor erwirtschaftete 2025 direkt und indirekt rund 33 Milliarden Euro beziehungsweise 6,5 Prozent der heimischen Wertschöpfung. Auf den Tourismus entfielen zudem fünf Prozent der Gesamtbeschäftigung und mehr als 25 Milliarden Euro an Reiseverkehrseinnahmen. Unter Einbeziehung indirekter Effekte sei der Tourismus damit gemessen an der Wertschöpfung ähnlich groß wie der Bausektor, so die OeNB.

(APA/red)

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