Flugpreise in Deutschland haben sich verdoppelt
Seit 2010 haben sich die durchschnittlichen Ticketpreise in Deutschland verdoppelt, während sich die internationalen Umsteigeverbindungen zunehmend verlagern.
Beim Fliegen in und ab Deutschland kam es in den vergangenen Jahren zu deutlichen Teuerungen. Laut dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und dem Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sich der durchschnittliche Ticketpreis zwischen 2010 und 2024 von knapp unter 150 Euro auf rund 300 Euro etwa verdoppelt. Als Gründe nennen BDL und DLR unter anderem gestiegene staatliche Abgaben wie Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsabgaben und Flugsicherungsgebühren. Hinzu kommen höhere Personal- und Betriebskosten. Europaweit stieg der durchschnittliche Ticketpreis im selben Zeitraum von knapp 250 auf rund 340 Euro.
Deutsche Drehkreuze verlieren an Bedeutung
Parallel zu den höheren Preisen verändern sich die internationalen Verkehrsströme. Besonders im Langstreckenverkehr gewinnen Drehkreuze außerhalb der EU an Bedeutung. Der Anteil der Verbindungen zwischen Deutschland und Fernost beziehungsweise Südostasien, die über Nicht-EU-Drehkreuze führen, stieg laut Bericht von 34 auf 54 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Verbindungen über deutsche Drehkreuze von 56 auf 36 Prozent. Vor allem die Türkei und die Golfregion haben bei den Umsteigeverbindungen an Bedeutung gewonnen. Der BDL sieht darin eine zunehmende Verlagerung des internationalen Luftverkehrs weg von Deutschland.
Wachstum findet zunehmend anderswo statt
Weltweit dürfte die Zahl der Flugreisenden weiter steigen. Das DLR erwartet bis 2034 ein Verkehrsaufkommen von 154 Prozent des Niveaus von 2019. Deutschland profitiert davon allerdings bislang nur eingeschränkt. Bei den Verbindungen zwischen Deutschland und Europa ist das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreicht. Zusätzlichen Druck auf die Airlines verursacht derzeit der hohe Ölpreis. Nach Angaben des BDL kommen bei Verbindungen nach Asien wegen anhaltender Luftraumsperrungen längere Flugzeiten hinzu. Das erhöht den Treibstoffverbrauch zusätzlich. Die Luftfahrt hat dennoch eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für Deutschland. 2024 standen laut dem Bericht rund 536.900 Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit der Branche in Verbindung. Die Luftverkehrswirtschaft und Luftfahrtindustrie erzielten eine Bruttowertschöpfung von 58,4 Milliarden Euro, was rund 1,3 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts entspricht.
(APA/red)
