Luftfahrt fordert Entlastung bei Flugabgabe

Eine geringere Flugabgabe könnte laut Aviation Industry Austria jährlich 2,5 Millionen zusätzliche Passagiere und 188 Millionen Euro Wertschöpfung bringen.

20.10.2026 16:29
red04
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Während Wien von Jänner bis September 4,5 Prozent seiner Passagiere verlor, konnte der Flughafen Bratislava sein Passagieraufkommen im selben Zeitraum mehr als verdoppeln.

Der österreichische Luftfahrtverband fordert erneut eine Abschaffung oder zumindest eine deutliche Senkung der Flugabgabe. Eine Reduktion könnte nach Berechnungen der Aviation Industry Austria jährlich 2,5 Millionen zusätzliche Passagiere an österreichischen Flughäfen bringen und eine zusätzliche Wertschöpfung von 188 Millionen Euro auslösen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Touristen könnten zudem rund 2.500 Arbeitsplätze und 210 Millionen Euro an zusätzlichen fiskalischen Effekten entstehen.

Flugabgabe als Wettbewerbsnachteil

Die Flugabgabe bringt dem Staat derzeit zwischen 160 und 180 Millionen Euro pro Jahr. Bei weiter sinkenden Passagierzahlen könnte dieses Aufkommen allerdings zurückgehen. Die von der Bundesregierung geplante Entlastung um 30 Millionen Euro sei daher lediglich ein „erster Schritt“, erklärte Peter Malanik, Geschäftsführer der Aviation Industry Austria. Nach Angaben des Verbands erheben derzeit nur sieben der 27 EU-Mitgliedstaaten eine nationale Flugabgabe. Unter den österreichischen Nachbarländern sei Deutschland das einzige Land mit einer entsprechenden Abgabe. Als Beispiel für eine mögliche Verlagerung von Passagieren ins Ausland führt Malanik die Entwicklung am Flughafen Wien und im nahe gelegenen Bratislava an. Während Wien von Jänner bis September 4,5 Prozent seiner Passagiere verlor, konnte der Flughafen Bratislava sein Passagieraufkommen im selben Zeitraum mehr als verdoppeln.

Auch Regionalflughäfen verlieren Passagiere

Auch der Verband der sechs österreichischen Verkehrsflughäfen (AÖV) fordert anlässlich der Ergebnisse für die ersten drei Quartale 2026 eine Abschaffung oder deutliche Senkung der Flugabgabe. Von Jänner bis September wurden an den österreichischen Flughäfen insgesamt rund 26,7 Millionen Passagiere abgefertigt, 3,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Großteil entfiel auf den Flughafen Wien. Die Entwicklung verlief allerdings regional unterschiedlich. Salzburg verzeichnete ein Passagierplus von 5,0 Prozent auf 1.473.274 Reisende, Innsbruck kam auf ein Plus von 4,6 Prozent auf 772.889 Passagiere. In Graz ging das Aufkommen um 0,2 Prozent auf 636.951 zurück. Deutlicher waren die Rückgänge in Wien mit minus 4,5 Prozent auf 23.478.801 Passagiere, in Klagenfurt mit minus 11,7 Prozent auf 127.412 und in Linz mit minus 13,3 Prozent auf 197.222 Passagiere. Der AÖV sieht in der Flugabgabe einen zusätzlichen Kostennachteil für österreichische Flughäfen und Fluggesellschaften gegenüber internationalen Wettbewerbern.

(APA/red)

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