Österreich erwartet 21,7 Millionen Wintergäste
Österreichs Wintertourismus rechnet mit einem Gästeplus von 1,5 Prozent und sieht zugleich neue Chancen bei Urlaubern ohne Interesse am Skisport.
Die Österreich Werbung rechnet für die Wintersaison 2026/27 mit rund 21,7 Millionen Gästen. Das entspricht einem Plus von 1,5 Prozent gegenüber der Vorsaison. Gleichzeitig verändern sich die Buchungsgewohnheiten: Viele Urlauber entscheiden sich immer kurzfristiger, auch künstliche Intelligenz spielt bei der Reiseplanung eine wachsende Rolle. Das geht aus der Winterpotenzialstudie der Österreich Werbung (ÖW) hervor, für die 10.000 Menschen in zehn Herkunftsmärkten zu ihren Urlaubsplänen befragt wurden. Dazu zählen Österreich, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, die deutschsprachige Schweiz, Polen, die Niederlande, der flämische Teil Belgiens, Tschechien und die Slowakei. Aus diesen Ländern und Regionen stammten in der vergangenen Wintersaison fast 80 Prozent der Ankünfte.
Winterurlaub geht über den Skisport hinaus
Nicht jeder Wintergast steht selbst auf Skiern oder einem Snowboard. Viele begleiten Freunde oder Familienmitglieder in den Urlaub, ohne selbst Wintersport zu betreiben. Dennoch beeinflussen auch sie die Wahl des Reiseziels. Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) sieht deshalb die Branche gefordert, auch für diese Zielgruppe passende Angebote zu schaffen. „Wer nicht Ski fährt, braucht auch einen guten Grund, warum er zu uns kommt“, sagte sie bei der Präsentation der Studie. Potenzial sieht Zehetner zudem in einer Verlängerung der Wintersaison. Von jenen Befragten, die einen Wintersporturlaub in Österreich für die kommende Saison in Betracht ziehen, verbringen mehr als 20 Prozent ihren Urlaub üblicherweise im März oder April.
Kurzfristige Buchungen fordern Betriebe
Eine Blitzumfrage unter heimischen Beherbergungsbetrieben zeigt, dass die Buchungslage vielerorts noch verhalten ist. Das bedeute jedoch nicht, dass Gäste ausbleiben. Vielmehr gingen Reservierungen zunehmend kurzfristig ein, besonders bei Urlaubern aus Österreich, erklärte Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). „Die Betriebe müssen lernen, damit zurechtzukommen“, sagte sie. Neben der kurzfristigeren Planung gewinnt auch die digitale Reiseinspiration an Gewicht. Laut ÖW-Chefin Astrid Steharnig-Staudinger sind soziale Medien mit 38 Prozent bereits die wichtigste Inspirationsquelle für Urlaubsreisen. Rund 13 Prozent der Befragten ziehen außerdem künstliche Intelligenz zurate, wenn sie sich für ein Urlaubsziel entscheiden. Damit liegt KI in dieser Erhebung vor Facebook und TikTok, die jeweils einzeln betrachtet werden.
Verhandlungen über Saisonniers laufen
Offen sind weiterhin die Kontingente für Saisonarbeitskräfte. Die Verhandlungen innerhalb der Bundesregierung seien noch im Gange, erklärte Zehetner. Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) hatte zuletzt eine rasche Einigung gefordert. Die Staatssekretärin verwies auf das zuständige Sozialministerium unter Korinna Schumann (SPÖ), zeigte sich aber zuversichtlich: Sie habe die Zusage, „dass es funktionieren wird“.
(APA/red)