Ortstaxe sorgt für Ärger in der Steiermark
Die geplante Erhöhung der Ortstaxe in der Steiermark von 2,50 auf 4,90 Euro sorgt bei Hoteliers wegen möglicher Folgen für Familien und kleinere Betriebe für Kritik.
Im Vorjahr entschieden sich 2,5 Millionen Österreicher für die Steiermark als Reiseziel – mehr als für jedes andere Bundesland. Die geplante Erhöhung der Ortstaxe von 2,50 auf 4,90 Euro sorgt deshalb bei Hoteliers für Kritik. Gernot Deutsch, Landesvorsitzender der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) in der Steiermark, warnt vor negativen Folgen für den Tourismus.
Familien besonders betroffen
„Gäste aus Österreich sind die wichtigste Stütze des steirischen Tourismus. Sie trifft die Erhöhung der Ortstaxe am meisten. Das kann in die Hose gehen“, so Deutsch. Gerade für Familien könne sich die zusätzliche Abgabe deutlich bemerkbar machen, wenn sie mit mehreren Personen über mehrere Nächte anfällt. Gerhard Höflehner, Geschäftsführer des Natur- und Wellnesshotels Höflehner in Haus im Ennstal, sieht dadurch einen bisherigen Vorteil der Steiermark gefährdet: das Preis-Leistungs-Verhältnis. Für sich genommen seien die einzelnen Kostensteigerungen überschaubar, in Summe würden sie den Urlaub aber deutlich verteuern.
Kritik an 96-prozentiger Erhöhung
Deutsch und Höflehner kritisieren insbesondere das Ausmaß der Erhöhung um 96 Prozent innerhalb eines halben Jahres. Nur Wien erhöhe die Ortstaxe noch stärker, argumentieren die beiden. Die zusätzlichen Kosten treffen aus ihrer Sicht vor allem kleinere Familienbetriebe in den Ferienregionen. Dort gebe es viele Anbieter, die mit vergleichsweise günstigen Preisen und einem guten Angebot arbeiten. Eine derart starke Erhöhung könne diese Betriebe zusätzlich unter Druck setzen.
ÖHV fordert Zweckwidmung
Höflehner berichtet von großer Unzufriedenheit unter den Gastgebern in der Region. Die Kosten seien in den vergangenen Jahren ohnehin stark gestiegen, während nun ausgerechnet die öffentliche Hand zusätzliche Belastungen schaffe. Die ÖHV fordert deshalb, die Ortstaxe nicht in diesem Ausmaß und Tempo zu erhöhen. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass die Einnahmen zweckgebunden dem Tourismus zugutekommen.
(PA/red)