Saisonierkontingent wird um 22 Prozent gekürzt
Nach längeren Verhandlungen stehen die Saisonierkontingente für 2027 und 2028 fest, insgesamt sind 6.250 Plätze vorgesehen.
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Nach längeren Verhandlungen stehen die Kontingente für ausländische Saisonarbeitskräfte im österreichischen Tourismus für 2027 und 2028 fest. Insgesamt werden 6.250 Beschäftigungsbewilligungen zur Verfügung stehen. Das neue Kontingent gilt ab 1. Dezember 2026 und fällt damit um knapp 22 Prozent niedriger aus als die bisherige Regelung. Auf die Einigung verständigten sich Wirtschafts- und Sozialministerium sowie die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
6.250 Plätze für die kommenden zwei Jahre
Das neue Kontingent setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Ein Grundkontingent von 4.250 Plätzen kann in den touristischen Spitzenmonaten um bis zu 50 Prozent überschritten werden. Zusätzlich sind 2.000 Stellen für Saisonkräfte aus den Westbalkanstaaten Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien vorgesehen. Für die Umsetzung der Verordnung ist das Arbeitsmarktservice (AMS) zuständig. Vor der Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung wird geprüft, ob die offene Stelle mit einer beim AMS vorgemerkten oder bereits in den Arbeitsmarkt integrierten Person besetzt werden kann. Außerdem müssen die geltenden Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Arbeitgeber müssen auch eine ortsübliche Unterkunft für die Dauer der Beschäftigung nachweisen.
Geringere Auslastung führte zu Neuverhandlung
Auslöser für die Neuverhandlung war die vergleichsweise geringe Nutzung des bisherigen Kontingents. Im Juli lag die Auslastung bundesweit bei 63,4 Prozent und damit unter der Schwelle von 75 Prozent, die für eine automatische Verlängerung erforderlich gewesen wäre. Das bisherige Kontingent musste daher neu festgelegt werden. Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, verwies darauf, dass die Betriebe die verfügbaren Plätze im vergangenen Jahr entsprechend ihrem tatsächlichen Personalbedarf genutzt hätten. Die neue Regelung soll den Unternehmen Planungssicherheit für die kommenden Winter- und Sommersaisonen geben.
Einigung trotz offener Finanzierungsfrage
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP), Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) und NEOS-Staatssekretär Josef Schellhorn begrüßten die Einigung. Sie verwiesen auf die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Tourismusbetriebe und die Einhaltung der Interessen der Beschäftigten. Im Vorfeld hatte es allerdings auch Streit um die Verknüpfung der Kontingentverhandlungen mit der Finanzierung des Insolvenzentgeltfonds (IEF) gegeben. WKÖ-Vertreterin Kraus-Winkler hatte im Oktober kritisiert, dass die Gespräche über Saisonarbeitskräfte mit Maßnahmen zum Fonds junktimiert würden. Der IEF sichert Arbeitnehmeransprüche im Fall einer Arbeitgeberinsolvenz. Weil seine Finanzierung eine erhebliche Lücke aufweist, wird über eine Erhöhung der Beitragssätze diskutiert. Eine Einigung dazu steht weiterhin aus.
(APA/red)



