Ryanair dreht Mitarbeitern den Geldhahn zu
Ryanair will die explodierenden Kerosinkosten mit Gehaltsstopps, weniger Personal an Bord und mehr KI abfedern.
Europas größter Billigflieger bekommt die explodierenden Treibstoffpreise zu spüren. Jetzt sollen auch die Mitarbeiter die Rechnung bezahlen. Ryanair prüft ein umfassendes Sparprogramm mit Gehalts-Nullrunden, einer Ausdünnung der Besatzungen und Neuverhandlungen mit Flughäfen. „Alles ist auf dem Tisch“, erklärte Finanzchef Neil Sorahan am heutigen Montag gegenüber Bloomberg. Auch der verstärkte Einsatz Künstlicher Intelligenz soll Kosten senken.
Zwei Milliarden Euro Mehrkosten
Für das Geschäftsjahr bis Ende März 2028 rechnet Ryanair mit zusätzlichen Kerosinkosten von rund zwei Milliarden Euro. Auslöser sind die Angriffe Israels und der USA auf den Iran, die die Ölpreise in die Höhe getrieben haben. Finanzchef Sorahan erwartet ein anhaltend hohes Preisniveau: „Wir werden also den Gürtel enger schnallen müssen.“
Höhere Ticketpreise dürften die Belastung nicht vollständig ausgleichen. Konzernchef Michael O’Leary rechnet zwar mit kräftigen Preissteigerungen bei europäischen Kurzstreckenflügen, sieht darin aber keine ausreichende Lösung.
Mehr Passagiere, weniger Gewinn
Im Sommerquartal steigerte Ryanair den Umsatz um vier Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Das Passagieraufkommen wuchs um fünf Prozent auf 64,5 Millionen. Der Gewinn sank hingegen um sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Grund dafür waren unter anderem günstigere Last-Minute-Tickets und um 13 Prozent gestiegene Treibstoffkosten.
Für das laufende dritte Geschäftsquartal meldet Ryanair eine starke Nachfrage. Auch die Ticketpreise liegen moderat über dem Vorjahresniveau. Eine Gewinnprognose für das Gesamtjahr hält das Management allerdings noch zurück. An der Börse legte die Aktie nach Bekanntgabe der Sparpläne um 3,7 Prozent zu. Seit Jahresbeginn hat sie dennoch rund ein Fünftel ihres Wertes verloren.
(APA/red)



