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Daten-GAU: Hacker haben Urlauber im Visier

Ein Cyberangriff auf die österreichische Tourismusbranche liefert Betrügern persönliche Gästedaten für gezielte Abzockversuche.

red04 16:41 Uhr 2 Min. Lesezeit
Allein in Tirol könnten rund 1.700 Betriebe betroffen sein.
Allein in Tirol könnten rund 1.700 Betriebe betroffen sein. © Adobe Stock

Ein Hackerangriff auf Buchungsplattformen der österreichischen Tourismusverbände könnte Tausende Urlauber zu Betrugsopfern machen. Unbekannte Täter haben persönliche Daten von Gästen abgegriffen und nutzen diese offenbar bereits für gezielte Betrugsversuche. Betroffen sind Beherbergungsbetriebe in Tirol, Salzburg und der Steiermark.

Die ersten Folgen zeigen sich bereits bei den Gästen: Urlauber wurden über WhatsApp von ausländischen Telefonnummern kontaktiert. Die Absender verschickten Links zu angeblichen Buchungen und versuchten so, an Geld zu gelangen. Die Telefonnummern der Betroffenen stammten offenbar aus gehackten Buchungswebseiten.

Bis zu 1.700 Betriebe betroffen

In Tirol bestätigte der IT-Dienstleister Feratel gegenüber dem ORF Datenabgriffe bei mehreren Tourismusverbänden, darunter Stubai, Serfaus, Seefeld und Ischgl. Nach aktuellem Kenntnisstand wurden die Zugangsdaten nicht direkt über Feratel, sondern über einen Schnittstellenpartner erbeutet. Die Sicherheitslücke wurde inzwischen geschlossen.

Das mögliche Ausmaß ist erheblich: Allein in Tirol könnten rund 1.700 Betriebe betroffen sein. Nach Einschätzung von Feratel dürfte etwa ein Drittel davon tatsächlich vom Vorfall betroffen sein. Neben Tirol sind auch mehrere Tourismusverbände in Salzburg sowie sämtliche Tourismusverbände in der Steiermark betroffen. Aus Oberösterreich, Vorarlberg und dem Burgenland wurden bislang keine vergleichbaren Vorfälle gemeldet.

Persönliche Daten als Einfallstor für Betrug

Nach bisherigen Erkenntnissen könnten Telefonnummern und weitere persönliche Informationen von Tausenden Gästen abgegriffen worden sein. Kreditkartendaten und Zugangsdaten seien hingegen nicht betroffen, teilte Feratel mit. Wie weit die betroffenen Buchungen in die Zukunft reichen, ist noch unklar.

Für die Betriebe reicht die mögliche Schadensdimension von kleinen Ferienwohnungsvermietern bis zu größeren Hotels. Finanzielle Schäden bei Gästen waren zunächst noch nicht bekannt. Die betroffenen Stellen haben Meldungen bei der Datenschutzbehörde eingebracht. Eine forensische Untersuchung mit internen und externen Experten soll nun das tatsächliche Ausmaß des Angriffs klären.

(red)

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