Luxushotel-Pool wird zur Todesfalle
Nach dem Tod zweier Gäste im Hotelpool stehen die Technik und die Sicherheitsvorkehrungen des Fünf-Sterne-Hotels im Zentrum der Ermittlungen.
Ein Sprung ins Hotelpool sollte für zwei Gäste eines Luxusresorts in Indien eine kurze Erfrischung sein. Doch der Aufenthalt im Conrad Bengaluru endete für beide tödlich. Ein mutmaßlicher Stromschlag im Wasser riss einen Lufthansa-Mitarbeiter und einen slowakischen Geschäftsmann aus dem Leben. Zwei weitere Menschen wurden bei Rettungsversuchen verletzt. Jetzt ermittelt die Polizei gegen das Hotelmanagement.
Der Vorfall ereignete sich im Swimmingpool des Conrad Bengaluru, einem Fünf-Sterne-Hotel der Hilton-Gruppe. Der Pool befindet sich im dritten Stock des Hauses. Nach bisherigen Erkenntnissen gerieten die beiden Männer dort gegen 17.15 Uhr in Kontakt mit elektrischem Strom. Bei den Todesopfern handelt es sich um den 57-jährigen Deutschen Alexander Maximilian Theiss, der als Besatzungsmitglied für Lufthansa tätig war, sowie den 45-jährigen Slowaken Juraj Horvat, einen Projektmanager bei IBM.
Theiss hielt sich im Rahmen eines Aufenthalts der Lufthansa-Crew in Bengaluru auf. Horvat war gemeinsam mit seiner Familie nach Indien gereist und hatte erst am Tag des Unglücks im Hotel eingecheckt. Seine Frau Silvia Hotuatova schilderte in ihrer Anzeige bei der Polizei, dass sie Hilferufe gehört und ihren Mann anschließend regungslos im Wasser gefunden habe. Auch ein Hotelmitarbeiter und ein amerikanischer Gast versuchten, den Männern zu helfen. Beide erlitten dabei ebenfalls einen Stromschlag und mussten medizinisch behandelt werden. Sie überlebten den Vorfall.
Ermittlungen wegen möglicher Fahrlässigkeit
Die Polizei hat ein Verfahren gegen das Hotelmanagement wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Die Ermittler befragten unter anderem den General Manager, technische Mitarbeiter und weitere Beschäftigte des Hauses. Auch die elektrischen Anlagen und die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Pool stehen im Zentrum der Untersuchungen.
Besonders im Fokus stehen die Unterwasserbeleuchtung und deren Stromversorgung. Eine erste Untersuchung deutet darauf hin, dass elektrischer Strom möglicherweise über die Poolbeleuchtung oder deren technische Installation ins Wasser gelangt sein könnte. Auch eine fehlerhafte Erdung beziehungsweise ein Rückfluss von Strom über das Metallgeländer wird geprüft. Laut Ermittlern soll an der Poolanlage sogar nach Abschalten der Stromversorgung noch elektrische Spannung festgestellt worden sein. Die genaue Ursache ist allerdings weiterhin ungeklärt. Die Polizei wartet auf technische und forensische Gutachten.
Das Hotel erklärte nach dem Unglück, zutiefst betroffen zu sein und die Untersuchung der Behörden vollständig zu unterstützen. Die Ursache des Vorfalls sei noch nicht festgestellt. Der Swimmingpool wurde nach dem Unglück geschlossen. Laut Hotelinformation soll er bis Ende November wegen Wartungsarbeiten nicht zugänglich sein.
Lufthansa trauert um Crew-Mitglied
Der Tod von Alexander Maximilian Theiss sorgt auch innerhalb der Lufthansa-Belegschaft für Betroffenheit. Der deutsche Mitarbeiter war während eines Aufenthalts mit seiner Crew in Indien ums Leben gekommen. Der Schweizer Blick berichtete zudem über die Trauer innerhalb des Unternehmens und die Anteilnahme von Lufthansa-Vertretern.
Für das Conrad Bengaluru und seine Betreibergruppe Hilton steht nun die Frage im Raum, wie es zu einem derart folgenschweren Sicherheitsvorfall in einer Poolanlage eines internationalen Luxushotels kommen konnte. Solange die Untersuchungen nicht abgeschlossen sind, bleibt offen, ob ein technischer Defekt, mangelhafte Wartung oder andere Sicherheitsprobleme für das Unglück verantwortlich waren. Die Ermittlungen müssen klären, ob der Tod der beiden Gäste hätte verhindert werden können.
(red)



