Kärnten stellt Tourismus auf neue organisatorische Basis
Die Kärntner Landesregierung will eine umfassende Reform des Tourismus mit neuen Strukturen und höheren Abgaben beschließen.
Die Kärntner Landesregierung will am morgigen Dienstag eine weitreichende Reform des Tourismus beschließen. Kernpunkte sind eine Neuordnung der Strukturen sowie ein Abgabenpaket. Ziel ist es, zusätzliche finanzielle Mittel zu mobilisieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Bundeslandes zu stärken.
Umfassende Tourismusreform
Künftig soll es unter der Ebene der Kärnten Werbung nur noch zehn Tourismusregionen geben. Damit wird die Zahl der Verwaltungseinheiten deutlich reduziert. Die Reform sieht zudem eine Neuregelung der Abgaben vor: Ab November wird eine einheitliche Aufenthaltsabgabe in Höhe von 4,50 Euro eingehoben, auf Campingplätzen beträgt sie 4 Euro. Die bisherige Zweitwohnsitzabgabe wird durch eine neue Zweitwohnungsabgabe ersetzt, außerdem wird die Motorbootabgabe erhöht. Mit der Aufenthaltsabgabe soll für Gäste auch die Nutzung des öffentlichen Verkehrs abgedeckt sein. Insgesamt sollen durch das Reformpaket rund 20 Millionen Euro zusätzlich für den Tourismus bereitgestellt werden.
Stagnierende Nächtigungszahlen
Bei einer Pressekonferenz am heutigen Montag verwiesen mehrere Teilnehmer auf gesunkene beziehungsweise stagnierende Nächtigungszahlen und rückläufige Erträge im Kärntner Tourismus. Spartenobmann Josef Petritsch sprach von einem „enormen Nachholbedarf“ bei der öffentlichen touristischen Infrastruktur sowie bei den Betrieben selbst. Von der Kärnten Werbung forderte er eine stärkere Internationalisierung. Man könne sich nicht allein auf die Nahmärkte verlassen.
Zentralisierung von Aufgaben
Klaus Ehrenbrandtner, Geschäftsführer der Kärnten Werbung, erklärte, die Gästezufriedenheit liege insbesondere aufgrund der Situation bei Rad- und Wanderwegen sowie bei der öffentlichen Verkehrsanbindung unter dem Österreichschnitt. Mit der Reform übernimmt die Kärnten Werbung zusätzliche Aufgaben in der Verkaufsförderung. Dazu zählen unter anderem der Vertrieb über Buchungsplattformen und Veranstalter. Auch der Webauftritt soll zentral organisiert werden. Für diese erweiterten Zuständigkeiten ist eine personelle Aufstockung vorgesehen. Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) bezeichnete das Maßnahmenpaket als „eine der größten Reformen dieser Legislaturperiode“. Der Tourismus brauche eine klare Aufgabenzuteilung sowie Investitionen in die Infrastruktur. Im Zuge des Reformprozesses seien rund 500 Stakeholder in mehr als 100 Terminen eingebunden gewesen.
(APA/red)