AK-Test: Veggie-Wurst oft stark verarbeitet 

Ein Drittel der getesteten Veggie-Aufschnitte zeigte am Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums bereits Qualitätsmängel.

16.03.2026 9:16
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Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat neun vegetarische und vegane Wurstaufschnitte untersucht. Sieben der Produkte waren rein vegan, zwei vegetarisch und enthielten unter anderem Ei- oder Milcheiweiß. Die pflanzlichen Alternativen orientieren sich geschmacklich an klassischen Wurstsorten wie Extra, Pikantwurst oder Mortadella. Preislich lagen die Produkte im Test zwischen 0,87 und 3,11 Euro pro 100 Gramm.

Die Aufschnitte wurden bis zum letzten Tag ihres Mindesthaltbarkeitsdatums gelagert und anschließend im Labor analysiert. Fünf Produkte befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in sehr guter Qualität. Ein weiteres Produkt zeigte eine leicht klebrige Schnittfläche, wurde insgesamt aber ebenfalls als einwandfrei bewertet. Drei der neun getesteten Produkte wiesen jedoch bereits deutliche Qualitätsverluste auf. Hohe Gesamtkeimzahlen deuteten auf beginnenden mikrobiellen Verderb hin. In der sensorischen Prüfung fiel außerdem ein saurer Geruch und Geschmack auf. Krankheitserregende Keime wurden zwar nicht festgestellt, dennoch wurden diese Produkte als „wertgemindert“ eingestuft.

Der Test zeigt auch, dass Verbraucher trotz gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum auf Geruch und Geschmack achten sollten. Ein säuerlicher Geruch kann darauf hinweisen, dass ein Produkt nicht mehr genießbar ist. Nach dem Öffnen sollten vegane oder vegetarische Aufschnitte möglichst rasch verbraucht werden.

In Bezug auf die Nährwerte schneiden pflanzliche Wurstalternativen teilweise besser ab als klassische Fleischprodukte. Sie enthalten meist weniger Fett, weniger gesättigte Fettsäuren und häufig auch weniger Kalorien. Allerdings liegt der Salzgehalt oft auf einem ähnlichen Niveau wie bei herkömmlicher Wurst.

Auch der Proteingehalt variiert stark. Ein Produkt gilt als Proteinquelle, wenn mindestens zwölf Prozent der Energie aus Eiweiß stammen. Diese Voraussetzung erfüllten sechs der getesteten Aufschnitte. Ein Produkt erreichte sogar mehr als 20 Prozent und darf daher mit „hohem Proteingehalt“ werben.

Kritisch bewertet wurde die häufig lange Zutatenliste. Viele der untersuchten Produkte enthalten Zusatzstoffe wie Verdickungs- und Stabilisierungsmittel, Farbstoffe, Säureregulatoren, Konservierungsstoffe, Antioxidationsmittel oder Geschmacksverstärker. Sieben der Aufschnitte enthalten außerdem Aromen, zwei davon auch Raucharoma. Dieses steht in der EU wegen möglicher gesundheitsschädlicher Stoffe künftig vor einem Verbot. Nur ein Produkt im Test kam ohne Zusatzstoffe aus.

APA/Red.

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