Asiatische Airlines reagieren auf Ölpreisanstieg

Die steigenden Kerosinpreise belasten asiatische Fluggesellschaften besonders, die ab sofort Zuschläge auf Tickets erheben.

02.04.2026 15:27
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In China kündigten Air China, China Southern sowie deren Tochtergesellschaft Xiamen Airlines an, die Treibstoffzuschläge für Inlandsflüge ab Sonntag anzuheben.

Mehrere asiatische Airlines haben ihre Ticketpreise aufgrund deutlich gestiegener Kerosinpreise erhöht. In China kündigten Air China, China Southern sowie deren Tochtergesellschaft Xiamen Airlines an, die Treibstoffzuschläge für Inlandsflüge ab Sonntag anzuheben. Kurzstrecken bis 800 Kilometer sollen demnach um 60 Yuan (ca. 7,50 Euro) teurer werden, längere Flüge um 120 Yuan. Auch Spring Airlines und Juneyao Airlines gaben Zuschlagserhöhungen bekannt. In Taiwan bestätigten die Airlines nach Ankündigungen der Luftfahrtbehörde und des Verkehrsministeriums, dass die Ticketpreise ab Dienstag steigen werden. Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific hatte ihren Treibstoffzuschlag bereits zum 1. April um 34 Prozent angehoben.

Auswirkungen in Nepal

In Nepal verdoppelte die staatliche Ölgesellschaft NOC die Kerosinpreise. Das Land importiert fast den gesamten Kraftstoff aus Indien. Ein Sprecher von NOC betonte, dass die einzige Möglichkeit zur Kostenkontrolle darin bestehe, den Verbrauch zu reduzieren. Gleichzeitig könnte der Preisanstieg auf den Tourismussektor durch teurere Flugtickets Einfluss haben.

Lufthansa teilweise abgesichert

Die Lufthansa, Muttergesellschaft der Austrian Airlines, ist nach Angaben von Konzernchef Carsten Spohr weniger stark von den Preissteigerungen betroffen. Über Hedging-Verträge seien mehr als 80 Prozent des Treibstoffbedarfs für dieses Jahr gegen Ölpreisschwankungen abgesichert. Für das kommende Jahr seien bereits rund 40 Prozent gesichert. Analysten weisen darauf hin, dass Hedging viele Airlines schützt, die hohen Preise jedoch dennoch die Gewinnmargen belasten könnten. Auch andere Airlines weltweit haben ihre Ticketpreise angehoben. Der brasilianische Fluggesellschaftsverband ABEAR warnte vor schwerwiegenden Folgen für die Unternehmen, obwohl ein Großteil des Treibstoffs lokal produziert wird.

Mögliche Risiken

Bisher gebe es laut Spohr keine Kerosinknappheiten. Sollte sich die Situation im Nahen Osten verschärfen oder die Straße von Hormuz blockiert werden, könnten Engpässe auftreten, zunächst voraussichtlich außerhalb Europas. Langstreckenflüge lassen sich nur begrenzt durch Vorabbetankung absichern. Ryanair-Chef Michael O’Leary zeigte sich optimistisch, dass die Preise im vierten Quartal wieder sinken könnten, möglicherweise sogar früher. Er verwies auf politischen Druck auf die USA wegen hoher Ölpreise im Vorfeld der Zwischenwahlen.

(APA/red)

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