Attestor übernimmt letzte Condor-Anteile

Der deutsche Staat zieht sich endgültig aus Condor zurück, Attestor übernimmt die verbliebenen 49 Prozent der Fluggesellschaft.

28.09.2026 15:44
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Zu den finanziellen Details der Transaktion machte Condor keine Angaben.

Bei Condor steht ein weiterer Schritt in der Neuordnung des Unternehmens bevor. Ende August 2027 will der britische Finanzinvestor Attestor die verbliebenen 49 Prozent der Fluggesellschaft übernehmen. Die Anteile werden derzeit über die SG Luftfahrtgesellschaft von Bund und dem deutschen Bundesland Hessen gehalten.

Staatshilfen bereits zurückgezahlt

Die Beteiligung des deutschen Staates war während einer existenziellen Krise von Condor entstanden. Nach der Insolvenz des damaligen Mutterkonzerns Thomas Cook und den Folgen der Corona-Pandemie war der Staat zur Unterstützung der Airline eingesprungen. Im Frühjahr 2026 zahlte Condor die Staatshilfen vorzeitig zurück. Dabei handelte es sich um einen Kredit der Förderbank KfW in Höhe von 175 Millionen Euro. Mit der nun geplanten Ausübung einer bereits 2021 vereinbarten Kaufoption übernimmt Attestor auch die letzten staatlichen Anteile. Zu den finanziellen Details der Transaktion machte Condor keine Angaben.

Flotte und Streckennetz im Umbau

Parallel dazu hat Condor ihr Geschäft in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Die Langstreckenflotte wurde erneuert, während die Kurz- und Mittelstreckenflotte weiter ausgebaut wird. Auch das Städteflugnetz soll als Zubringer für das Drehkreuz Frankfurt eine größere Rolle spielen. Für Condor sind eigene Zubringer inzwischen besonders relevant, nachdem die Lufthansa-Tochter AUA den bisherigen Zubringervertrag gekündigt hat. Zudem kehrte die Airline an den Frankfurter Flughafen zurück, nachdem der Firmensitz zuvor aus Kostengründen ins nahe gelegene Neu-Isenburg verlegt worden war.

Mehr Passagiere, aber höherer Verlust

Die Übernahme der letzten Anteile erfolgt allerdings in einer wirtschaftlich schwierigen Phase. Im Geschäftsjahr 2024/25 konnte Condor das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwar um rund ein Viertel auf 151 Millionen Euro steigern. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Passagiere um 13 Prozent auf mehr als 9,6 Millionen. Beim Jahresergebnis blieb die Entwicklung hingegen negativ. Der Verlust wuchs um 13,7 Prozent auf 110,43 Millionen Euro. Als Gründe wurden unter anderem interne Darlehenszinsen gegenüber Attestor und hohe Leasing-Bewertungen der noch jungen Flugzeuge genannt. Zusätzlichen Druck auf die Airline-Branche erzeugen die gestiegenen Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs. Condor-Chef Peter Gerber hatte Ende August bei einer Luftverkehrsveranstaltung in Frankfurt vor weiter steigenden Ticketpreisen gewarnt. Auch die Lage am Persischen Golf spiele dabei eine Rolle.

(APA/red)

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