Griechenland verschärft Hotelbau-Regeln

Griechenland will den Massentourismus stärker begrenzen und gleichzeitig Natur, Küsten und Infrastruktur besser schützen.

12.05.2026 10:04
red04
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Nach Angaben der griechischen Zentralbank reisten im Jahr 2025 knapp 38 Millionen Touristen nach Griechenland – mehr als jemals zuvor.

Die griechische Regierung will den Tourismus auf beliebten Inseln und in stark besuchten Ferienregionen künftig stärker regulieren. Gleichzeitig sollen Natur, Küsten und Landschaften besser geschützt werden. In Athen stellte die Regierung dazu neue Vorgaben für den Tourismus und den Hotelbau vor. Auslöser für die Maßnahmen sind die weiter steigenden Besucherzahlen. Nach Angaben der griechischen Zentralbank reisten im Jahr 2025 knapp 38 Millionen Touristen nach Griechenland – mehr als jemals zuvor. Vor allem bekannte Urlaubsziele wie Santorini oder Mykonos stoßen in der Hauptsaison zunehmend an ihre Grenzen.

Belastung für Infrastruktur und Bewohner

In vielen Ferienorten klagen Einwohner seit Jahren über die Folgen des starken Besucherandrangs. Genannt werden unter anderem Verkehrsprobleme, Wassermangel, hohe Mieten und eine überlastete Infrastruktur. Besonders auf Inseln mit begrenztem Platz und knappen Ressourcen wird die Situation in den Sommermonaten vielerorts als kritisch beschrieben. Tourismusministerin Olga Kefalogianni erklärte, die Regierung wolle ein nachhaltigeres Tourismusmodell schaffen. Ziel sei es, die Belastung für Umwelt, Strände und Infrastruktur zu reduzieren.

Strengere Vorgaben für Hotelprojekte

Ein zentraler Bestandteil der neuen Regelungen ist die Einteilung der Regionen nach ihrer touristischen Belastung. Für stark frequentierte Inseln wie Rhodos, Kos, Santorini oder Mykonos sollen künftig strengere Bauvorschriften gelten. In besonders belasteten Regionen dürfen neue Hotels künftig maximal 100 Betten haben. Zudem werden die Anforderungen an Neubauten außerhalb offizieller Baugebiete verschärft. Je nach Lage müssen Grundstücke dort künftig mindestens acht bis 16 Hektar groß sein. Die Regierung will damit verhindern, dass sich Gebäude ungeordnet in der Landschaft ausbreiten.

Schutzmaßnahmen für die Küste

Auch der Küstenschutz soll ausgeweitet werden. Nach den neuen Regeln dürfen in einem Bereich von bis zu 25 Metern entlang des Meeres grundsätzlich keine neuen Gebäude mehr errichtet werden. Ausnahmen sind nur für notwendige Zugänge oder Rettungswege vorgesehen. Umweltminister Stavros Papastavrou bezeichnete die geplanten Maßnahmen als „historische Reform“. Der Ministerialerlass mit den neuen Vorgaben soll Ende Juni in Kraft treten.

(APA/red)

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