Italien prüft Volotea wegen Ticket-Aufschlägen

Gegen die Fluggesellschaft Volotea laufen in Italien Ermittlungen wegen möglicher unlauterer Preisnachforderungen.

05.06.2026 10:46
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Bereits im April hatte die spanische Verbraucherorganisation Facua ein Verfahren gegen Volotea angestoßen beziehungsweise gefordert.

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat ein Verfahren gegen die spanische Billigfluggesellschaft Volotea eingeleitet. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen mögliche unlautere Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit nachträglichen Aufschlägen auf bereits bezahlte Flugtickets. Nach Angaben der Behörde geht es um den Verdacht, dass Kunden nach dem Kauf eines Tickets zusätzliche Gebühren zahlen mussten, die erst später erhoben wurden.

Nachträgliche Gebühren

Auslöser der Prüfung ist eine von der Airline eingeführte Regelung mit dem Namen „Fair Travel Promise“. Diese sah vor, dass Flugpreise nachträglich angepasst werden können, wenn sich bestimmte Kostenfaktoren erhöhen. Als Grundlage für diese Anpassungen wurden unter anderem aktuelle Ölpreise herangezogen. Hintergrund sei auch ein Anstieg der Kerosinkosten im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg gewesen.

Zusätzliche Zahlungen kurz vor Abflug

Demnach sollten Passagiere bis zu sieben Tage vor dem Abflug zusätzliche Beträge zahlen. Diese lagen laut Angaben zwischen sechs und 14 Euro pro Strecke und Person. Wer die geforderte Nachzahlung nicht leistete, verlor laut Regelung den Anspruch auf das bereits gebuchte Ticket. Alternativ konnten Reisende ihre Buchung kostenfrei umbuchen oder gegen einen Gutschein stornieren.

Kritik der Wettbewerbsbehörde

Die italienische Kartell- und Wettbewerbsbehörde sieht in diesem Vorgehen mögliche Verstöße gegen Verbraucherschutzvorschriften. Nach ihrer Einschätzung könnte die Praxis irreführend sein, da der zunächst angezeigte Ticketpreis nicht zwingend den endgültigen Gesamtpreis widerspiegele. Zudem wird kritisch gesehen, dass kurzfristige Nachforderungen kurz vor Reisebeginn zusätzlichen Druck auf Kunden ausüben könnten, die höheren Kosten zu akzeptieren. Bereits im April hatte die spanische Verbraucherorganisation Facua ein Verfahren gegen Volotea angestoßen beziehungsweise gefordert. Das Unternehmen selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Die Ermittlungen der italienischen Behörden dauern an. Eine abschließende Bewertung steht noch aus.

(APA/red)

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