Lohnrunde im Tourismus kommt nicht voran
Die Kollektivvertragsverhandlungen im Tourismus sind weiterhin festgefahren, eine Einigung ist nicht in Sicht.
Die Kollektivvertragsverhandlungen im österreichischen Tourismus sind weiterhin von deutlichen Differenzen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite geprägt. Die Gespräche über Löhne und Gehälter in Gastronomie und Hotellerie kommen seit Wochen kaum voran.
Arbeitgeber bieten 3 Prozent
Die Arbeitgeberseite hat am heutigen Montag ihr Angebot erneut bekräftigt und eine durchschnittliche Erhöhung der Mindestlöhne und -gehälter um rund 3 Prozent vorgelegt. Gleichzeitig wurde vorgeschlagen, noch in dieser Woche eine weitere Verhandlungsrunde abzuhalten. Die Gewerkschaft hatte zuletzt eine Anhebung von 3,8 Prozent gefordert und das Angebot der Arbeitgeber in Höhe von 3 Prozent wiederholt abgelehnt. Damit liegen die Positionen weiterhin auseinander.
Kritik an Verhandlungsklima
Von Seiten der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wurde das Verhandlungsklima als belastet beschrieben. Die Obleute des Fachverbandes Gastronomie, Alois Rainer, und des Fachverbandes Hotellerie, Georg Imlauer, kritisierten öffentliche Aussagen der Gewerkschaft vida und warfen ihr eine Verschärfung der Auseinandersetzung durch mediale Kritik vor. Auch eine angekündigte Pressekonferenz der Gewerkschaft mit dem Titel „Tourismusboom ohne Beschäftigte: Warum dem Aushängeschild Österreichs seine Mitarbeiter:innen ausgehen“ wurde von der Arbeitgeberseite als weiterer Belastungsfaktor im laufenden Konflikt gesehen.
Unterbrochene Gespräche
Nach Angaben der WKÖ sei bereits vor Beginn der ersten Verhandlungsrunde das Gesprächsklima durch gegenseitige Vorwürfe beeinträchtigt gewesen. Die Arbeitgeberseite hatte daraufhin den ersten geplanten Termin abgesagt, da eine ausreichende Vertrauens- und Gesprächsbasis gefehlt habe. Insgesamt fanden bisher zwei Verhandlungsrunden statt, die ohne Ergebnis blieben. Seit mehr als einem Monat sind die Gespräche unterbrochen. Zuletzt hielten die Arbeitgeber an ihrem Angebot von 3 Prozent fest, signalisierten jedoch Gesprächsbereitschaft bei der Verteilung auf unterschiedliche Lohngruppen. Nun wird über eine dritte Runde verhandelt.
Unterschiedliche Einschätzungen der wirtschaftlichen Lage
Die Arbeitgeberseite betont, dass steigende Nächtigungszahlen und eine stabile Auslastung nicht automatisch ein wirtschaftliches Wachstum bedeuten würden. Inflationsbereinigt stünden die realen Umsätze unter Druck oder seien teilweise rückläufig. Zusätzlich würden gestiegene Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal sowie eine eingeschränkte Möglichkeit zur Preisanpassung zu sinkenden oder stagnierenden Betriebsergebnissen führen. Besonders in der Gastronomie sei die Lage angespannt. Laut WKÖ liege die Gästefrequenz dort weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie.
Forderungen der Gewerkschaft
(APA/red)