Lufthansa will Mehrheit an Ita Airways übernehmen
Lufthansa treibt den Ausbau ihres europäischen Streckennetzes voran und will den Anteil an Ita Airways bis 2027 auf 90 Prozent erhöhen.
Der Lufthansa-Konzern treibt den Ausbau seines europäischen Streckennetzes weiter voran und plant, die Mehrheit an der italienischen Fluggesellschaft Ita Airways zu übernehmen. Konzernchef Carsten Spohr kündigte auf der Hauptversammlung in Frankfurt an, dass Lufthansa bereits im Juni entsprechende Optionen ziehen wolle. Der Anteil der Lufthansa an Ita soll dadurch von derzeit 41 auf 90 Prozent steigen. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Für die zweite Beteiligungstranche sind laut Unternehmen 325 Millionen Euro vorgesehen. Bereits für den bisherigen Anteil hatte Lufthansa 326 Millionen Euro investiert. Die verbleibenden zehn Prozent an Ita könnten ab 2028 übernommen werden.
Ita soll langfristig integriert werden
Ita Airways ist die Nachfolgerin der früheren Staats-Airline Alitalia. Mit der geplanten vollständigen Übernahme würde Ita die vierte ehemalige Staatsfluggesellschaft sein, die Lufthansa vollständig in den Konzern integriert. Zuvor waren bereits Airlines aus Österreich, der Schweiz und Belgien übernommen worden. Nach Angaben von Spohr verfolgt Lufthansa dabei bewusst eine sogenannte Multi-Hub-Strategie. Eine Fluggesellschaft mit nur einem Heimatmarkt sei international nicht konkurrenzfähig. Inzwischen würden lediglich rund 20 Prozent des Konzernumsatzes in Deutschland erwirtschaftet. Als weiteres mögliches Übernahmeziel gilt die portugiesische Fluggesellschaft Tap. Dort will Lufthansa zunächst ein bindendes Angebot für eine Minderheitsbeteiligung abgeben und konkurriert dabei mit Air France-KLM.
Moderne Flotte und erster Gewinn bei Ita
Laut Lufthansa verfügt Ita derzeit über die modernste Flotte innerhalb des Konzerns. Die Airline betreibt 106 Flugzeuge mit einem Durchschnittsalter von 6,5 Jahren. Rund 70 Prozent der Maschinen entsprechen laut Konzern den neuesten technischen Standards und gelten als besonders effizient beim Kerosinverbrauch. Spohr sprach zudem von der schnellsten Integration einer Fluggesellschaft in der Geschichte des Konzerns. Bereits heute seien Buchungssysteme, Tarifstrukturen und das Vielfliegerprogramm Miles and More eng mit Lufthansa verbunden. Auch die Mitgliedschaft in der Star Alliance und der Zugang zu den Lounges des Konzerns seien bereits umgesetzt. Im Jahr 2025 erzielte Ita erstmals einen Netto-Gewinn von 209 Millionen Euro. Davon wurden nach Unternehmensangaben 90 Millionen Euro an die Konzernzentrale in Frankfurt überwiesen. Zusätzliche Vorteile erwartet Lufthansa künftig unter anderem beim gemeinsamen Einkauf sowie bei der Vermarktung von Frachtkapazitäten.
(APA/red)