Meloni übernimmt Italiens Tourismusressort
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni führt das Tourismusministerium interimistisch, nachdem Daniela Santanchè zurückgetreten ist.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat nach dem Rücktritt der Tourismusministerin Daniela Santanchè das Ressort interimistisch übernommen. Der Rücktritt Santanchès trat in Kraft, nachdem Präsident Sergio Mattarella das entsprechende Dekret unterzeichnet hatte, das sowohl ihren Rücktritt akzeptierte als auch die Übergabe des Ressorts an Meloni genehmigte.
Santanchè legte ihr Amt am Mittwochabend nieder, knapp einen Tag nachdem Meloni erklärt hatte, dass sie aufgrund laufender strafrechtlicher Ermittlungen im Zusammenhang mit ihren geschäftlichen Tätigkeiten zurücktreten solle. In ihrem Rücktrittsschreiben betonte Santanchè, dass ihr Strafregister zum Zeitpunkt ihres Rücktritts “makellos” sei, und äußerte Bedauern über die Situation.
Insider zufolge nutzt Meloni die Gelegenheit, problematische Persönlichkeiten aus der Regierung und ihrer Partei Fratelli d’Italia zu entfernen, um die Regierungsarbeit zu stabilisieren und gestärkt in die Parlamentswahl im Frühjahr 2027 zu gehen. Der Schritt erfolgt nach der Niederlage der Regierung bei einem Referendum über die Justizreform, das Melonis erste größere politische Rückschläge seit Amtsantritt markierte.
Nicht nur im Tourismusministerium kam es zu Rücktritten: Die Kabinettschefin des Justizministeriums, Giusi Bartolozzi, sowie der Justiz-Staatssekretär Andrea Delmastro legten am Dienstag ihre Ämter nieder. Bartolozzi war für kontroverse Aussagen zur Justiz stark kritisiert worden, während Delmastro wegen finanzieller Verbindungen zu Vertrauten des neapolitanischen Camorra-Mafiabosses Michele Senese unter Druck geraten war.
Mit der Übernahme des Tourismusressorts durch Meloni soll Stabilität hergestellt und die Regierung für die kommenden Herausforderungen, einschließlich der bevorstehenden Wahl, gestärkt werden.
APA/Red.