Nahost-Krise: Urlauber setzen auf Umbuchung
Trotz des Krieges im Nahen Osten bleibt die Nachfrage nach Urlaub hoch, viele Reisende entscheiden sich für Umbuchungen statt Stornierungen.
Ungeachtet des Krieges im Nahen Osten und der damit verbundenen Einschränkungen für den Flugverkehr bleiben Touristen reisefreudig. Laut Angaben des Reiseanbieters Ruefa ziehen es viele Gäste vor, ihre Reisen umzubuchen, anstatt sie komplett zu stornieren. Auch bei TUI Österreich sei das Bild ähnlich: Nur vereinzelt käme es zu Stornierungen, die Mehrheit der Kunden entscheide sich für eine Anpassung ihrer Reisepläne. Gleichzeitig müssen Reisende mit höheren Preisen rechnen.
Flugverkehr stark beeinträchtigt
Die Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi, Doha und Bahrain zählen zu den bedeutendsten Drehkreuzen des internationalen Flugverkehrs. Normalerweise würden dort täglich rund 526.000 Passagiere abgefertigt, erklärte der in London ansässige Welttourismusverband (WTTC) kürzlich. Aufgrund der aktuellen Konflikte sind viele Flüge nicht durchführbar, was zu steigenden Ticketpreisen auf Umleitungsstrecken führt. Anfang März kosteten Flüge zwischen Wien und Bangkok teilweise über 5.000 Euro.
Teils drastische Preisanstiege
Eine Analyse von Google-Flights-Daten durch Bloomberg vom 12. März zeigt deutliche Preissteigerungen: Ein Economy-Class-Hin- und Rückflug von Sydney nach London für den Zeitraum 3. bis 10. April verteuerte sich innerhalb von zwei Wochen um mehr als 80 Prozent. Ein Business-Class-Ticket auf derselben Strecke stieg um rund 40 Prozent. Auch ein Economy-Ticket von Singapur nach London kostete im gleichen Zeitraum nahezu das Dreifache.
Alternative Routen werden gesucht
Dubai und Doha fungieren als zentrale Umsteigeorte für Fernziele wie Thailand, Mauritius oder die Malediven. „Wir stehen vor der Herausforderung, alternative Flugrouten für unsere Kunden zu finden“, sagte Ruefa-Geschäftsführer Michele Fanton. Umbuchungen seien aktuell für Regionen mit Reisewarnstufe 4 bis zum 31. März 2026 kostenfrei möglich. Danach gelten die Regelungen der jeweiligen Veranstalter.
Auswirkungen auf die Golfregion
Nicht nur Fernreiseziele sind betroffen, auch Dubai selbst und der Oman als Urlaubsziele spüren die Folgen des Konflikts. Ruefa hat Buchungen für die Golfregion zu Ostern vorsorglich storniert und die Gäste auf andere Destinationen umgebucht. Auch bei TUI Österreich verschieben Kunden ihre Reisen in die Golfregion entweder auf den Herbst oder wählen alternative Langstreckenziele. Besonders stark gefragt seien in den vergangenen Tagen die Dominikanische Republik und in geringerem Maße Japan, so der Veranstalter.
(APA/red)