Neue saudi-arabische Airline startet Flugbetrieb
Obwohl der Luftverkehr in der Region belastet ist, beginnt Riyadh Air mit ersten internationalen Verbindungen.

Die neue saudi-arabische Fluggesellschaft Riyadh Air hat ihren Betrieb aufgenommen, obwohl der Luftverkehr in der Region durch den anhaltenden Konflikt mit dem Iran beeinträchtigt ist. Eine Maschine der Airline ist laut dem Flugtracking-Dienst Flightradar24 von Riad nach London geflogen und dort gelandet. Die Airline plant zunächst Verbindungen von der saudischen Hauptstadt Riad nach London, Manchester, Madrid, Kairo und Dubai sowie in die Küstenstadt Dschidda.
Ausbau eines internationalen Streckennetzes
Mittelfristig sieht die neue Fluggesellschaft einen deutlichen Ausbau ihres Angebots vor. In den kommenden Jahren sollen rund 100 Ziele weltweit angeflogen werden. Damit positioniert sich das Unternehmen als international ausgerichtete Airline mit Schwerpunkt auf wichtigen Wirtschafts- und Tourismusdestinationen.
Zweite staatliche Airline im Königreich
Riyadh Air ist neben der bestehenden nationalen Fluggesellschaft Saudia die zweite staatliche Airline des Landes. Sie soll dazu beitragen, den Luftverkehrssektor auszubauen und Saudi-Arabien stärker als Ziel für Tourismus, Handel und Logistik zu etablieren.
Bedeutung im Rahmen von „Vision 2030“
Die neue Fluggesellschaft ist Teil des wirtschaftlichen Reformprogramms Vision 2030. Ziel dieses Programms ist es, die Abhängigkeit vom Öl zu verringern und neue Wirtschaftszweige zu stärken. Insbesondere der Ausbau des Tourismus und die bessere internationale Anbindung gelten als zentrale Bausteine. Mit der neuen Airline will Saudi-Arabien zudem seine Position im regionalen Wettbewerb stärken, insbesondere gegenüber Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Belastungen durch den Konflikt in der Region
Der Luftverkehr im Nahen Osten ist seit mehreren Monaten durch den Konflikt zwischen Iran und mehreren Golfstaaten erheblich beeinträchtigt. In diesem Zeitraum kam es zu Angriffen mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern. Als Folge wurden zahlreiche Flugverbindungen gestrichen, während die Ticketpreise teilweise deutlich anstiegen. Auch Fluggesellschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar waren davon betroffen.
Einschätzung der Airline-Führung
Der Geschäftsführer der neuen Airline, Tony Douglas, äußerte sich im Gespräch mit dem Nachrichtensender Al-Arabiyavorsichtig optimistisch. Er betonte, man hoffe auf eine rasche Lösung des Konflikts, sehe jedoch gleichzeitig eine solide Grundlage für den Aufbau der Fluggesellschaft.
(APA/red)
