Neue Sperrstunden für Gastronomie in Ägypten

Neue Sperrstunden treffen insbesondere Gastronomie und Tourismus und sorgen in beliebten Urlaubsregionen für verkürzte Betriebszeiten.

25.03.2026 9:22
red04
© Adobe Stock
Besonders in bekannten Ferienorten wie Hurghada und Sharm el Sheikh wird befürchtet, dass die Maßnahmen negative Auswirkungen auf den Tourismus haben könnten.

Ägypten reagiert auf die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs mit landesweiten Einschränkungen im öffentlichen Leben. Ab kommendem Samstag müssen Cafés, Restaurants, Geschäfte und Einkaufszentren im ganzen Land bereits um 21.00 Uhr schließen. Damit verkürzen sich die Öffnungszeiten teilweise deutlich, insbesondere in Großstädten und touristischen Regionen.

Deutlich verkürzte Öffnungszeiten

In zentralen Vierteln der Hauptstadt Kairo sowie in beliebten Urlaubsorten war es bislang üblich, dass Lokale und Geschäfte bis in die Nacht geöffnet hatten – häufig bis 01.00 oder 02.00 Uhr. Die neue Regelung bedeutet daher für viele Betriebe eine erhebliche Einschränkung. Zusätzlich sollen auch Straßenbeleuchtung und beleuchtete Werbetafeln reduziert werden, um den Energieverbrauch weiter zu senken.

Energiekrise als Auslöser

Hintergrund der Maßnahmen sind steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Die Regierung in Kairo versucht, durch geringeren Stromverbrauch gegenzusteuern. Ägypten deckt mehr als 80 Prozent seines Strombedarfs durch Erdgas, das zu einem großen Teil importiert wird. Eine wichtige Rolle spielt dabei Israel als zentraler Gaslieferant. Nach Beginn des Kriegs vor mehr als drei Wochen wurden die Gasexporte nach Ägypten bereits eingestellt, was die Versorgungslage zusätzlich verschärft hat. Ministerpräsident Mustafa Madbuli erklärte, Ziel der Maßnahmen sei es, Strom und Treibstoff effizienter zu nutzen und besser zu verteilen. Die Regelung ist zunächst auf einen Monat begrenzt, könnte jedoch abhängig vom weiteren Verlauf des Konflikts verlängert werden. Ausnahmen gelten lediglich am Donnerstag- und Freitagabend, die in Ägypten das Wochenende markieren. An diesen Tagen dürfen Betriebe bis 22.00 Uhr geöffnet bleiben. Die reguläre Arbeitswoche beginnt im Land am Sonntag.

Kritik aus dem Tourismussektor

Die verkürzten Öffnungszeiten stoßen auch bei Urlaubern auf Kritik. Besonders in bekannten Ferienorten wie Hurghada und Sharm el Sheikh wird befürchtet, dass die Maßnahmen negative Auswirkungen auf den Tourismus haben könnten. In Online-Foren äußern sich Reisende besorgt über die Einschränkungen. Einige sehen darin einen möglichen Grund, künftig auf Reisen nach Ägypten zu verzichten, andere warnen vor wirtschaftlichen Schäden für die Tourismusbranche.

(APA/red)

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