Neue Verordnung für Winzer soll Rebzikade stoppen

Winzer im Burgenland sollen befallene Rebstöcke entfernen, unterstützt durch ein neues Strategieteam des Landes.

31.03.2026 12:52
red04
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Befallene Rebstöcke müssen entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Burgenlands Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) hat am heutigen Dienstag eine neue Verordnung zur Bekämpfung der Amerikanischen Rebzikade und der von ihr übertragenen Goldgelben Vergilbungskrankheit in bewirtschafteten Weingärten vorgestellt. Demnach müssen befallene Rebstöcke entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Landesweite Strategie

Ein eigens eingerichtetes Strategieteam wird künftig jährlich eine Landesstrategie entwickeln und eine Liste geeigneter Pflanzenschutzmittel bereitstellen, aus der Winzer auswählen können. Die konkreten Maßnahmen werden für jeden Ausbruch individuell geprüft und gemeinsam von Vertretern des Landes, der Landwirtschaftskammer und Bio Austria festgelegt. Im Falle eines Ausbruchs wird das betroffene Gebiet in drei Zonen unterteilt. In der unmittelbaren Befallszone im Umkreis von 500 Metern um die betroffenen Rebstöcke müssen symptomatische Pflanzen gerodet werden, bei starkem Befall kann dies auch benachbarte Rebstöcke betreffen. Eine Sicherheitszone wird im Umkreis von 2.500 Metern eingerichtet, während das gesamte Burgenland als Verbreitungsgebiet gilt.

Vorsorgliche Rodungen und Pflanzenschutz

Bereits mit einer Novelle des Weinbaugesetzes wurden vorsorgliche Rodungen stillgelegter Weingärten ermöglicht. Erste Rodungsbescheide werden derzeit von den Bezirkshauptmannschaften ausgestellt. Gleichzeitig setzt die Verordnung auf systematische Überwachung der Weingüter und die Behandlung der Rebzikaden im zweiten und dritten Larvenstadium. Neben Rodung und Pflanzenschutz sollen auch ergänzende Maßnahmen zur Prävention geprüft werden. Dazu zählen pflanzenstärkende und repellente Mittel, Informationskampagnen für private Gärten sowie der mögliche Einsatz von Spürhunden zur Früherkennung. Wichtig sei, dass alle Maßnahmen mit der Bio-Zertifizierung vereinbar sind, betonte Sabrina Dreisiebner-Land von Bio Austria.

Frühzeitige Umsetzung geplant

Die Verordnung soll noch in der kommenden Woche in Begutachtung gehen und rechtzeitig beschlossen werden, bevor die Rebzikade wieder aktiv wird. Haider-Wallner warnte, dass sich die Goldgelbe Vergilbung aufgrund des Klimawandels massiv ausbreite und den Weinbau bedrohe. Laut Daniel Pachinger vom Pflanzenschutzdienst gibt es derzeit rund 25 Ausbruchsherde im Burgenland.

(APA/red)

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