Neuer Anlauf für das Grand Hotel Sauerhof in Baden

Nach mehr als zwölf Jahren Leerstand soll das Grand Hotel Sauerhof in Baden umfassend saniert und als Hotel wiedereröffnet werden.

20.07.2026 15:05
red04
© APA/ERNST WEISS
Das Investitionsvolumen beträgt laut den Projektverantwortlichen rund 40 Millionen Euro.

Nach mehr als zwölf Jahren Leerstand soll das Grand Hotel Sauerhof in Baden wieder als Hotel genutzt werden. Möglich machen soll das die „Meta Hesz Group 1 GmbH“, die das denkmalgeschützte Gebäude im Frühjahr 2025 übernommen hat. Gemeinsam mit der Stadtgemeinde wurde am heutigen Montag das Vorhaben präsentiert. Das Investitionsvolumen beträgt laut den Projektverantwortlichen rund 40 Millionen Euro. Für den künftigen Betrieb liegen nach Angaben der Eigentümer bereits Angebote von zwei renommierten Hotelbetreibern vor. Eine Entscheidung darüber soll bis Ende Juli fallen.

Wichtiger Impuls für Tourismus

Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli (ÖVP) bezeichnete die geplante Wiederbelebung des Hotels als wichtigen Impuls für Baden. Sie verwies darauf, dass die Wiedereröffnung eines der großen Hotels der Stadt im Koalitionsprogramm von ÖVP, SPÖ und Wir Badener – Bürgerliste Jowi Trenner als Ziel festgeschrieben wurde. Neben dem Sauerhof könnte auch das Hotel Schloss Weikersdorf wieder den Betrieb aufnehmen. Damit würden gleich zwei traditionsreiche Beherbergungsbetriebe in Baden vor einem Neustart stehen.

Sanierung unter Denkmalschutz

Beim Sauerhof soll der historische Gebäudebestand erhalten bleiben. Das erklärte Miteigentümer Markus Wolfesberger, Geschäftsführer und Eigentümer von Unykat Interior Design aus Wels, der nach eigenen Angaben eine Minderheitsbeteiligung an dem Projekt hält. Das Bauprojekt wurde vergangene Woche bei der Bezirkshauptmannschaft eingereicht. Geplant sind zwei kleinere Zubauten sowie eine Kuppel, die für mehr Tageslicht im Gebäude sorgen soll. Als größten baulichen Eingriff bezeichnete Wolfesberger die Modernisierung des Wellnessbereichs. Darüber hinaus ist der Bau einer Tiefgarage vorgesehen. Die bestehende Gartenanlage soll erhalten bleiben.

111 Zimmer und Fokus auf Wellness

Nach den eingereichten Plänen soll das Hotel künftig über 111 Zimmer verfügen. Diese Größe sei laut Wolfesberger erforderlich, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. Neben der Beherbergung sollen Wellness und Gastronomie zu den zentralen Angeboten des Hauses zählen. Auf dem Gelände befindet sich zudem die Sauerhofquelle.

Baustart frühestens 2027

Als realistischen Zeitpunkt für den Baubeginn nannte Wolfesberger das Frühjahr 2027. Die Bauzeit werde voraussichtlich zwischen 14 und 16 Monaten betragen. Ein Termin für die Wiedereröffnung könne jedoch erst festgelegt werden, wenn sämtliche Genehmigungen vorliegen, ein Betreiber ausgewählt ist und der detaillierte Bauablauf feststeht. Die Stadtgemeinde kündigte Unterstützung im Rahmen ihrer Möglichkeiten an. Diese betreffe sowohl behördliche Verfahren als auch den Austausch mit Anrainern. Ein entsprechendes Gespräch habe bereits stattgefunden.

Hotel seit Konkurs 2014 geschlossen

Über die Grand Hotel Sauerhof Betriebsgesellschaft m.b.H. war im Februar 2014 am Landesgericht Wiener Neustadt ein Konkursverfahren eröffnet worden. In der Folge wurde das traditionsreiche Hotel geschlossen. Die damalige Hoffnung auf eine rasche Wiederaufnahme des Betriebs erfüllte sich nicht. Auch Pläne zur Umwandlung in ein Fünf-Sterne-Gesundheitshotel wurden in den vergangenen Jahren nicht umgesetzt.

Auch Schloss Weikersdorf vor Wiedereröffnung

Auch beim ebenfalls seit Februar 2023 geschlossenen Hotel Schloss Weikersdorf gibt es Entwicklungen. Das Haus tritt inzwischen als „Pytloun Schlosshotel Weikersdorf“ auf und wird bereits auf der Website des tschechischen Betreibers angeboten. Das Hotel verfügt über 164 Zimmer und Suiten. Überregionale Bekanntheit erlangte es im Jahr 2008, als die italienische Fußballnationalmannschaft während der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz dort ihr Quartier bezog. Nach Angaben von Stadtrat Peter Koczan (Wir Badener – Bürgerliste Jowi Trenner), Vorsitzender des Ausschusses für Tourismusdestinationsentwicklung, möchte der neue Betreiber derzeit noch nicht öffentlich auftreten.

(APA/red)

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