Wien und NÖ fordern Ende der Flugabgabe

Die Debatte über die 12 Euro hohe Flugabgabe gewinnt angesichts sinkender Passagierzahlen am Flughafen Wien wieder an Fahrt.

19.10.2026 9:18
red04
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Wien und Niederösterreich halten jeweils 20 Prozent am Flughafen Wien.

Der Flughafen Wien erwartet heuer einen Rückgang der Passagierzahlen um rund zwei Millionen. Vorstand Günther Ofner hatte zuletzt auf die hohen Standortkosten hingewiesen. Vor diesem Hintergrund sprechen sich Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) für eine Abschaffung der Flugabgabe aus. Das berichtete die Kronen Zeitung. Die Abgabe beträgt derzeit 12 Euro pro Ticket. Bei Kurzstrecken bis 350 Kilometer werden 30 Euro fällig. Besonders für Billigfluggesellschaften spielen die Kosten eine Rolle. Das nur rund 55 Kilometer von Wien entfernte Bratislava bietet eine Alternative: Wizz Air hat sich bereits aus Wien zurückgezogen, Ryanair hat mehrere Flugzeuge in die Slowakei verlegt. Dort seien die Kosten um rund ein Drittel niedriger. „Wien lebt von seiner internationalen Erreichbarkeit“, wird Ludwig zitiert. Gute Flugverbindungen seien für Arbeitsplätze, Tourismus und Wirtschaft wichtig. Daher sei es „legitim und vernünftig, die Flugabgabe zu überdenken“. Mikl-Leitner spricht sich dafür aus, die Abgabe generell zu streichen. Sie schwäche den Wirtschaftsstandort und gefährde Arbeitsplätze, argumentiert die Landeshauptfrau.

Krisenhilfe für die Luftfahrt

Die Bundesregierung hatte der Luftfahrt im Doppelbudget 2027/28 bereits eine Krisenhilfe von 30 Mio. Euro pro Jahr zugesagt. Nach Ansicht des Flughafens Wien reicht diese Unterstützung allerdings nicht aus, um den erwarteten Passagierrückgang abzufedern. Die Flughafen-Wien-Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner erneuerten daher ihre Forderung nach einer Senkung der Abgabe. Unterstützung kommt auch von der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen. Kritik an einer Abschaffung kommt von den Grünen. Verkehrssprecherin Elisabeth Götze verweist auf die Belastung des Flugverkehrs für Klima und Umwelt sowie auf bestehende steuerliche Vorteile der Luftfahrt. Diese würden sich laut ihren Angaben auf rund zwei Milliarden Euro jährlich belaufen. Unter anderem ist Flugtreibstoff von der Steuer befreit, auf Flugtickets wird keine Mehrwertsteuer eingehoben und Flughäfen sind von der Grundsteuer befreit. Hinter der Forderung der beiden Landeshauptleute stehen auch wirtschaftliche Interessen: Wien und Niederösterreich halten jeweils 20 Prozent am Flughafen Wien.

(APA/red)

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