Sanierung der Bahn erfordert Geduld
Investitionen steigen, doch Verspätungen bleiben vorerst Alltag
Die Deutsche Bahn steht vor einer umfassenden Modernisierung ihres Schienennetzes. Trotz geplanter Milliardeninvestitionen wird sich die Situation für Fahrgäste kurzfristig kaum verbessern. Bahnchefin Evelyn Palla betont, dass die Sanierung Jahre dauern werde und das Vertrauen der Kundinnen und Kunden zuletzt stark gelitten habe.
Ein zentrales Problem bleibt die Unpünktlichkeit: 2025 waren nur rund 60 Prozent der Fernzüge pünktlich. Experten wie Tim Engartner kritisieren zudem die Statistikmethoden und sehen strukturelle Defizite, die auf jahrzehntelange Unterinvestitionen zurückgehen. Auch Mobilitätsexpertin Katja Diehl verweist auf ein marodes System, das über viele Jahre vernachlässigt wurde.
Die Ursachen reichen laut Fachleuten bis zur Bahnreform von 1994 zurück, als das Unternehmen stärker auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet wurde. Heute steht die Bahn vor einem Spagat zwischen Rentabilität und öffentlichem Auftrag.
Zwar sollen allein heuer über 23 Milliarden Euro investiert werden, doch die vielen Baustellen – rund 28.000 – führen zunächst zu weiteren Einschränkungen im Betrieb. Eine spürbare Verbesserung für Reisende wird erst in einigen Jahren erwartet.
APA/Red.