Tourismus wartet auf Saisonniers-Regelung
Wenige Wochen vor Beginn der Wintersaison fehlt den österreichischen Tourismusbetrieben weiterhin die Regelung für ausländische Saisonkräfte.
Wenige Wochen vor Beginn der Wintersaison fehlt Österreichs Tourismusbetrieben weiterhin die nötige Klarheit über die Beschäftigungsbewilligungen für Saisonmitarbeiter aus dem Ausland. Die Verordnung zum Saisonnierskontingent, die eigentlich bis Ende September vorliegen sollte, steht noch aus. In den Wintersportregionen wächst deshalb der Druck auf die Bundesregierung.
Planungssicherheit fehlt
Kerstin Biedermann-Smith, Geschäftsführerin der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, fordert gegenüber der APA rasche Klarheit. Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) hatte im vergangenen Winter einen neuen Erlass zu den Saisonkontingenten bis 30. September 2026 zugesagt, sollte die bisherige Regelung nicht verlängert werden. Die bestehende Verordnung wurde nicht fortgeführt, weil die vorgesehenen Kontingente im vergangenen Jahr nicht zu den erforderlichen 75 Prozent ausgeschöpft worden waren. Eine neue Regelung liegt bislang allerdings ebenfalls nicht vor. Für die Betriebe sorgt das für Unsicherheit bei der Planung der Wintersaison. „Wie sollen Tourismusbetriebe ihre Wintersaison verlässlich planen, wenn selbst wenige Wochen vor Saisonbeginn die rechtlichen Voraussetzungen für die Beschäftigung ihrer Saisonmitarbeiter noch ungeklärt sind?“, wird ein Vorarlberger Hotelier von der APA zitiert.
Tourismus auf Saisonkräfte angewiesen
„Die Saisonnierkontingente sind jedes Jahr ein Thema. Man fängt immer wieder von vorne an“, kritisiert Biedermann-Smith. Zwar machen Saisonkräfte gemessen an der Gesamtbeschäftigung im Tourismus einen relativ kleinen Teil aus. Bei österreichweit rund 160.000 Beschäftigten in Hotellerie und Gastronomie lag das Saisonnierkontingent im vergangenen Jahr bei rund 8.000. Für die Betriebe in den Wintersportregionen sind diese Arbeitskräfte dennoch wichtig. Trotz angepasster Arbeitsbedingungen sei es nicht möglich, genügend Mitarbeiter aus Österreich zu finden, so Biedermann-Smith. Mit dem Kontingent des vergangenen Jahres habe man gut gearbeitet. Auch die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) im Land funktioniere gut und die Unternehmen würden frühzeitig informiert. Nun werde die Planung durch die ausstehende politische Entscheidung erschwert. „Und jetzt macht uns die Politik einen Strich durch die Rechnung“, so die Spartengeschäftsführerin. „Auch wir sollten arbeiten können und wollen nicht mehr Spielball sein.“ Sollte es weiterhin keine Klarheit geben, schließt Biedermann-Smith auch Maßnahmen auf Ebene der Bundesländer nicht aus.
(APA/red)