Traditionelles Frühlingsfest in Japan wird teurer
Die steigende Inflation verteuert die traditionellen Hanami-Picknicks in Japan spürbar und dämpft die Feststimmung.
Die weltweit zunehmende Inflation macht sich auch in Japan bemerkbar und wirkt sich auf traditionelle Bräuche aus. Momentan ist das Kirschblütenfest Hanami ist davon betroffen. Laut einem privaten Forschungsinstitut in Tokio sind die Kosten für typische Speisen und Getränke bei den beliebten Picknicks seit 2020 um rund ein Viertel gestiegen.
Hanami als gesellschaftlicher Höhepunkt
Hanami gilt als eines der wichtigsten Ereignisse im japanischen Frühling. Jedes Jahr zwischen Ende März und Anfang April treffen sich zahlreiche Menschen in Parks und an Flussufern, um gemeinsam unter blühenden Kirschbäumen zu feiern. Mit Decken, Bento-Boxen, Snacks und Getränken ausgestattet, verbringen Familien und Freunde Zeit im Freien. Der Brauch ist tief im gesellschaftlichen Leben des Landes verankert.
Deutliche Teuerung
Um die Preisentwicklung genauer zu analysieren, entwickelte der Chefökonom des Versicherers Dai-ichi Life, Hideo Kumano, einen speziellen Index. Dieser umfasst 14 typische Produkte, die häufig bei Hanami-Picknicks konsumiert werden, darunter Reisbällchen, Bento-Gerichte, gebratenes Huhn und Bier. Den aktuellen Berechnungen zufolge lagen die Preise im Februar um 4,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Besonders stark verteuerten sich Süßwaren sowie kohlensäurehaltige Getränke und Reisbällchen. Seit 2020 verzeichneten diese Produktgruppen Preissteigerungen von jeweils rund 45 Prozent oder mehr.
Inflation nach Jahren der Deflation
Als Hauptursachen gelten ein schwacher Yen und gestiegene Rohstoffpreise auf den Weltmärkten. Diese Entwicklungen erhöhen die Importkosten und setzen Unternehmen unter Druck, ihre Preise anzuheben. Die daraus resultierende Kostendruckinflation ist inzwischen auch im Alltag der Verbraucher spürbar. Nach einer langen Phase sinkender Preise hat sich die wirtschaftliche Situation in Japan damit gewandelt. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist die Inflation gestiegen, vor allem durch teurere Importe. Die Kerninflation lag über mehrere Jahre hinweg über dem Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank, schwächte sich zuletzt jedoch ab. Ein wesentlicher Grund dafür sind staatliche Subventionen, insbesondere im Energiebereich.
(APA/red)