Uppsala setzt auf „IQ‑Tourismus“ statt Selfies

Statt nur Sehenswürdigkeiten abzufotografieren, setzt Uppsala auf ein neues Konzept, das Erlebnisse mit Geschichte, Wissenschaft und Reflexion verbinden soll.

02.04.2026 12:11
red04
© Adobe Stock
Uppsala liegt etwa 40 Minuten nördlich von Stockholm und ist geprägt von einer langen Universitäts- und Wissenschaftstradition.

Die schwedische Universitätsstadt Uppsala hat ein neues touristisches Konzept vorgestellt, das sich bewusst vom klassischen Sightseeing und Selfie-Tourismus abgrenzt. Unter dem Begriff „IQ‑Tourismus“ will die Stadt Besucher nicht nur zu bekannten Sehenswürdigkeiten führen, sondern zu Stationen und Erlebnissen, die Geschichte, Kultur und Wissenschaft in den Mittelpunkt stellen. Statt Menschen dafür zu belohnen, möglichst viele bekannte Orte abzufotografieren, setzt die Kampagne auf Neugier, Kontext und Reflektion. Ein IQ‑Symbol soll künftig auf Erlebnisse und Orte hinweisen, die auf Geschichten und Wissen basieren, statt nur auf Instagram-würdigen Kulissen.

Zielsetzung in Uppsala

Uppsala liegt etwa 40 Minuten nördlich von Stockholm und ist geprägt von einer langen Universitäts- und Wissenschaftstradition. Die Universität wurde bereits 1477 gegründet und ist einer der ältesten akademischen Standorte Europas. Ihre Verbindung zu historischen Entdeckungen, etwa der Celsius-Temperaturskala, wird im neuen Konzept zentral thematisiert. Nach Angaben der Verantwortlichen soll der IQ‑Tourismus die Bedeutung von Neugierde als Reisemotiv hervorheben. Es gehe weniger darum, eine Liste von Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sondern vielmehr darum, durch gezielte Anregung neue Perspektiven zu gewinnen und die eigene Reiseerfahrung zu vertiefen.

Erlebnisangebote und Programmhighlights

Das Programm umfasst interaktive Angebote wie Buch-Empfehlungen, die mittels verschlüsselter Hinweise freigeschaltet werden, das Erkunden alternativer oder historischer Ereignisse, die kulturelle Spuren hinterlassen haben, sowie die Möglichkeit, eigenes Parfum zu kreieren, bei dem jede Komponente eine erzählerische Bedeutung trägt. Auch Gespräche in traditionellen Kaffeehäusern, die an die Kaffeehauskultur des 17. Jahrhunderts erinnern, gehören zum Konzept. Ein mobiles, rotes Beobachtungsgerät wird an wechselnden Standorten in der Innenstadt aufgestellt, um Besucher auf Details und Geschichten aufmerksam zu machen, die im Alltag leicht übersehen werden, und so den Fokus auf Entdeckung statt auf Postkarten-Motive zu lenken.

Reaktion auf veränderte Reisetrends

Uppsala positioniert sich mit dem neuen Konzept vor dem Hintergrund sich wandelnder Reisetrends. Begriffe wie Slow Travel, Bleisure oder Coolcation zeigen, dass immer mehr Reisende nach bewussteren, tiefer gehenden Erfahrungen suchen. IQ‑Tourismus soll genau diese Nachfrage adressieren und Uppsala als Ziel für intellektuelle und kulturelle Entdeckung stärken. Die Initiatoren betonen, dass es nicht allein um klassische Bildung gehe, sondern um ein touristisches Erlebnis, das Reflektion, Entdeckung und persönliche Entwicklung miteinander verbindet.

(red)

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Themen