Zufriedenstellender Saisonstart im Tourismus
Die österreichische Tourismusbranche verzeichnet mehr Übernachtungen, sieht aber Herausforderungen bei Umsätzen und Gästeausgaben.
Die Sommersaison im österreichischen Tourismus ist erfolgreich angelaufen, entwickelt sich nach Einschätzung der Branche aber nicht in allen Bereichen gleich. Zwar wurden im Mai deutlich mehr Übernachtungen als im Vorjahr registriert, die Erwartungen bei Umsätzen und Ausgaben der Gäste bleiben jedoch gedämpft.
Rekordwerte im Mai
Nach Angaben der Statistik Austria wurden im Mai um 12 Prozent mehr Nächtigungen gezählt als im selben Monat des Vorjahres. Damit wurde der höchste Mai-Wert seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Die positiven Zahlen sorgten zunächst für einen starken Auftakt der Sommersaison. Georg Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), bewertet die aktuelle Entwicklung dennoch zurückhaltend. Im Ö1-„Morgenjournal“ sprach er von einer derzeit „eher zufriedenstellenden“ Saison.
Umsätze bleiben hinter Erwartungen zurück
Laut Imlauer gibt es weiterhin Hoffnung auf zusätzliche Buchungen im weiteren Verlauf des Sommers. Die Umsatzentwicklung bereitet der Hotellerie jedoch Sorgen. Die durchschnittlichen Zimmerpreise der vergangenen Jahre würden voraussichtlich nicht erreicht werden. Auch bei den zusätzlichen Ausgaben der Gäste, etwa für Angebote außerhalb der Unterkunft, sieht der Branchenvertreter eine zurückhaltende Entwicklung. Er beobachte, dass Reisende in diesem Bereich stärker sparen würden. Nach dem starken Mai sei der Juni wechselhaft verlaufen. Während die Buchungslage in den Städten vergleichsweise gut gewesen sei, hätten Ferienregionen weniger von der Nachfrage profitiert.
Forderung nach besserer Besuchersteuerung
Für Salzburg sieht Imlauer außerdem Bedarf bei der Steuerung von Besucherströmen. Die Stadt verzeichnet ähnlich wie Venedig viele Tagesgäste, wodurch es insbesondere bei schlechtem Wetter zu Engpässen kommen könne. Eine Möglichkeit zur Entlastung sieht der WKÖ-Fachverbandsobmann bei der Organisation von Busreisen. Er schlägt vor, Zeitfenster an Busterminals nur für längere Aufenthalte zu vergeben. Slots mit einer Dauer von weniger als vier bis sechs Stunden seien aus seiner Sicht nicht sinnvoll, da kurze Aufenthalte die Stadt zusätzlich belasten würden.
(APA/red)