Zukunft der Ötscherlifte bis 2028 abgesichert
Die Region Ötscher setzt künftig verstärkt auf Familienangebote und Naturerlebnisse im Sommer.
Der Betrieb der Ötscherlifte wird auch in den kommenden Jahren fortgeführt. Im Doppelbudget 2027/28 des Landes Niederösterreich sind die dafür notwendigen Mittel vorgesehen. Zusätzlich ist ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag für den Ausbau von Sommertourismus-Angeboten eingeplant, wie Kurt Hackl, Aufsichtsratsvorsitzender von ecoplus und VPNÖ-Klubobmann, bei einer Pressekonferenz bekannt gab.
Wirtschaftliche Bedeutung
Hackl betonte die Bedeutung des Liftbetriebs für die Region: Ohne Lift gebe es keinen Tourismus, ohne Tourismus keine Arbeitsplätze und ohne Arbeitsplätze sterbe eine Region. Die landeseigene ecoplus Alpin GmbH übernahm im Dezember 2021 die restlichen Anteile an den Ötscherliften, nachdem zuvor bereits eine Beteiligung bestanden hatte. Zuvor war der Betrieb wegen fehlender Wirtschaftlichkeit vor dem Aus gestanden.
Neupositionierung als Ganzjahresdestination
Seit mehreren Jahren wird an einer Umstellung der Region zu einer Ganzjahresdestination gearbeitet. Dieser Prozess gestaltet sich laut Darstellung jedoch schwierig und befindet sich weiterhin in einer Art Pattsituation. Als zentrale Herausforderung gelten unterschiedliche Interessenlagen, insbesondere zwischen einem Investor und Grundeigentümern. Ein Investor, der mehrere Beherbergungsbetriebe übernommen hat, signalisiert Interesse an der Errichtung eines neuen Vier-Stern-Hotels, sofern entsprechende Sommerangebote umgesetzt werden. Dem stehen jedoch unter anderem Positionen von Grundeigentümern gegenüber.
Fokus auf Sommertourismus
Künftig soll der Schwerpunkt verstärkt auf Familien mit Kindern bis zwölf Jahren sowie auf Naturliebhabern liegen. Die Region Ybbstaler Alpen soll dabei enger vernetzt werden. Geplant ist ab 2027 ein neues Anrufsammeltaxi-System, das gemeinsam von Land und Gemeinden finanziert werden soll. Zusätzlich ist ein Ausbau des Radwegenetzes vorgesehen, allerdings unter Rücksichtnahme auf Grundeigentümerinteressen. Downhillstrecken sind laut Angaben ausdrücklich nicht vorgesehen.
Geplante Angebote im Sommer
Als mögliche neue Sommerangebote wurden unter anderem ein Wasserspielplatz, ein Mini-Bikepark sowie ein Waldrutschenpark genannt. Ein konkreter Umsetzungsplan soll Anfang 2027 vorliegen. Ergänzend sollen geführte Wanderungen im Naturpark Ötscher-Tormäuer ausgebaut werden, etwa zu Themen wie Klimawandel oder Naturnachtgebiet.
Besucherzahlen und wirtschaftliche Entwicklung
Für die Wintersaison 2024/25 wurden rund 70.000 Besuche in Lackenhof verzeichnet, in der Saison 2025/26 waren es etwa 80.000. Zuletzt wurden bei den Ötscherliften Verluste ausgewiesen. Gleichzeitig wurde betont, dass die Hochkar & Ötscher Tourismus GmbH in den beiden Vorjahren positiv bilanziert habe. Die bestehende Infrastruktur soll grundsätzlich erhalten bleiben, einzelne Anpassungen seien jedoch vorgesehen. Die Höhe der Landesmittel für die weitere Entwicklung liegt nach aktuellem Stand zwischen zehn und 20 Millionen Euro, die Verhandlungen dazu laufen noch.
(APA/red)