OÖ will Frankfurt-Verbindung absichern
Land, Stadt und Wirtschaft wollen die Auslastung der Flugstrecke Linz–Frankfurt durch koordinierte Schritte deutlich erhöhen.
Land Oberösterreich, Stadt Linz, Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ) und Industriellenvereinigung Oberösterreich (IVOÖ) haben ein gemeinsames „OÖ. Flughafen-Manifest“ unterzeichnet. Ziel ist es, die zuletzt schwächer ausgelastete Flugverbindung zwischen Linz und Frankfurt zu stabilisieren und langfristig abzusichern. Das Papier enthält mehrere Maßnahmen, die insbesondere auf eine stärkere Nutzung durch Wirtschaft und öffentliche Hand abzielen.
Verpflichtung zu verstärkter Nutzung
Kern des Manifests ist die Absicht, Dienstreisen künftig verstärkt über den Flughafen Linz abzuwickeln, sofern Flüge notwendig sind. Land und Stadt bekennen sich dazu, dienstliche Flugreisen nach Möglichkeit über Linz zu führen. Wörtlich wird im Manifest festgehalten, dass Dienstreisen, die Flüge erfordern, „nach Möglichkeit über den Flughafen Linz durchzuführen“ seien. Auch internationale Geschäftsreisen sowie Umsteigeverbindungen sollen, soweit möglich, über Linz organisiert werden.
Unternehmen und Standortorganisationen
Neben der öffentlichen Hand sollen auch Wirtschaftsvertretungen eine zentrale Rolle spielen. Die WKOÖ und die IVOÖ sollen gezielt bei ihren Mitgliedsbetrieben für die Nutzung der Verbindung Linz–Frankfurt werben. Zudem ist vorgesehen, dass Unternehmen die Strecke stärker in ihre internen Reiserichtlinien integrieren. Damit soll die Verbindung systematischer in die betriebliche Mobilitätsplanung einfließen und häufiger als Standardroute berücksichtigt werden.
Standort- und Kommunikationsmaßnahmen
Das Manifest sieht darüber hinaus gemeinsame Kommunikations- und Marketingaktivitäten vor. Die Strecke Linz–Frankfurt soll dabei als Standortfaktor für Wirtschaft und Tourismus sichtbarer gemacht werden. Zusätzlich ist ein regelmäßiges Monitoring der Auslastung vorgesehen, um die Entwicklung der Verbindung laufend zu beobachten und gegebenenfalls Maßnahmen anzupassen.
Öffentliche Finanzierung der Flugverbindung
Die Verbindung Linz–Frankfurt war im Oktober von Austrian Airlines eingestellt worden, nachdem die Auslastung nicht mehr ausreichend war. In der Folge wurde die Strecke von der dänischen Fluggesellschaft DAT übernommen. Der Betrieb wird dabei über eine sogenannte Public Service Obligation (PSO) mit öffentlichen Mitteln unterstützt. Das Land Oberösterreich stellt dafür eine Anschubfinanzierung von bis zu 9 Millionen Euro pro Jahr bereit. Über die geplante Laufzeit von vier Jahren ergibt sich damit ein Gesamtvolumen von bis zu 36 Millionen Euro.
Finanzielle Belastung des Flughafens
Auch der Flughafen Linz selbst ist auf öffentliche Unterstützung angewiesen. Im Vorjahr leisteten die Eigentümer Land Oberösterreich und Stadt Linz einen Gesellschafterzuschuss von 8 Millionen Euro. Ein Prüfbericht des Landesrechnungshofs kommt zudem zu dem Schluss, dass der Flughafen bis 2035 zusätzliche Mittel in der Größenordnung von 27,6 bis 45 Millionen Euro benötigen könnte. Darin nicht enthalten sind unter anderem die Kosten für die aktuelle Anschubfinanzierung der Frankfurt-Verbindung sowie für die Sanierung älterer Umweltschäden.
Ziel: wirtschaftlich tragfähiger Betrieb
Die beteiligten Akteure verfolgen das Ziel, die Verbindung innerhalb der kommenden vier Jahre so zu stabilisieren, dass sie künftig eigenwirtschaftlich betrieben werden kann. Damit soll langfristig eine Finanzierung ohne weitere öffentliche Zuschüsse erreicht werden. Vertreter von Land, Stadt, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung betonten in einer gemeinsamen Aussendung den Anspruch, durch den Schulterschluss die Auslastung nachhaltig zu steigern.
(APA/red)