Streik auf Santorin sorgt für Probleme im Ferienverkehr
Die Tourismusbranche auf Santorin fordert bessere Infrastruktur und eine effizientere Steuerung der Besucherströme.
Auf der griechischen Ferieninsel Santorin hat ein Busstreik am heutigen Montag zu Einschränkungen für Urlauber geführt. Nach Angaben der Gewerkschaft von Reiseveranstaltern und Busunternehmen sehen sich die Beschäftigten im Tourismussektor mit einer hohen Zahl an Besuchern konfrontiert, ohne dass die dafür notwendige Infrastruktur vorhanden sei. Santorin zählt zu den beliebtesten Reisezielen Griechenlands. Die Insel mit rund 15.500 Einwohnern verzeichnete im Jahr 2024 etwa 3,4 Millionen Touristen.
Kritik an Vorgaben für Kreuzfahrtschiffe
Auslöser des Protests ist unter anderem eine Regelung der Hafenbehörde, die im März in Kraft trat. Diese sieht vor, dass 70 Prozent der Kreuzfahrtschiffe den Hafen Ormos Fira unterhalb der Inselhauptstadt Fira anlaufen. Die meisten Kreuzfahrtpassagiere werden von dort mit Bussen weiter auf der Insel verteilt. Die übrigen 30 Prozent der Schiffe nutzen den Fährhafen Athinios für den Landgang ihrer Passagiere.
Verkehrs- und Besucherlenkung
Nach Ansicht der Gewerkschaft fehlt es an einer koordinierten Planung für die Ankunft der Kreuzfahrtschiffe. Es gebe keine verbindlichen Zeitvorgaben, die eine gleichmäßigere Verteilung der Besucherströme ermöglichen würden. Zudem verweist die Interessenvertretung auf einen Mangel an Parkplätzen in Fira sowie auf Defizite bei der Verkehrsorganisation. Dies führe regelmäßig zu Verkehrsstaus und erschwere die Betreuung der Besucher. Nach Einschätzung der Gewerkschaft leidet darunter auch das Ansehen der Insel.
Gemeinde kritisiert Zeitpunkt des Streiks
Die Kommunalverwaltung von Santorin reagierte mit Kritik auf die Arbeitsniederlegung. In einer Stellungnahme bezeichnete sie den Streik während der laufenden Urlaubssaison als schwer nachvollziehbar. Die Maßnahme verursache Probleme für Unternehmen, Touristen, Beschäftigte und die Einwohner der Insel.
Kreuzfahrtschiffe ändern Routen
Mehrere Kreuzfahrtschiffe passten ihre Planungen aufgrund des Streiks an. Die „Sinfonia“ mit 2.126 Passagieren sowie die „Norwegian Pearl“ mit 2.504 Passagieren sagten ihren für heute vorgesehenen Aufenthalt auf Santorin ab. Die „Celebrity Ascent“, auf der sich rund 3.200 Passagiere befinden, verschob ihren geplanten Zwischenstopp auf den morgigen Dienstag.
Hoher Besucherdruck
Santorin ist vor allem für seine weißen Häuser, die vulkanisch geprägte Landschaft und die Sonnenuntergänge bekannt. Der starke Tourismus bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Dazu zählen Verkehrsprobleme, Wasserknappheit während der Hauptsaison sowie große Mengen an Abfall. Um die Belastung zu begrenzen, wurde die Zahl der täglich an Land gehenden Kreuzfahrtpassagiere bereits auf 8.000 Personen beschränkt. Darüber hinaus führte die griechische Regierung im vergangenen Jahr eine Abgabe von 20 Euro pro Kreuzfahrtgast für Landgänge auf Santorin ein.
(APA/red)
