Finanzhilfen für Österreichs Tourismus ausgeweitet
Die Europäische Investitionsbank und die Österreichische Hotel- und Tourismusbank stellen gemeinsam 100 Millionen Euro für Tourismusbetriebe in Österreich bereit.
Der österreichische Tourismussektor erhält neuen finanziellen Rückenwind: Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (OeHT) bündeln ihre Kräfte und stellen gemeinsam 100 Millionen Euro an Finanzierungen für kleine und mittlere Tourismusbetriebe bereit. Die Mittel werden im Rahmen der Gewerblichen Tourismusförderung des Bundes eingesetzt, die die OeHT im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) abwickelt.
Fokus auf kleine und mittlere Betriebe
Die EIB stellt der OeHT ein Darlehen über 50 Millionen Euro zur Verfügung, das von der OeHT verdoppelt wird. Zielgruppe sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU), insbesondere familiengeführte Hotels und regionale Betriebe, die das Rückgrat des österreichischen Tourismus bilden. Im Gegensatz zu Großprojekten sollen die Finanzierungen allen Regionen zugutekommen. Viele Betriebe sehen sich derzeit mit steigenden Energiepreisen, höheren Lohnkosten und einem restriktiveren Finanzierungsumfeld konfrontiert. Die neue Initiative bietet gezielte Entlastung durch günstige Konditionen und einen Zinsvorteil für die Kreditnehmer.
Nachhaltigkeit als Kernziel
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf umweltfreundlichen Investitionen: 30 Prozent der Mittel sind für Klimamaßnahmen vorgesehen, darunter Maßnahmen zur Energieeffizienz und moderne, ressourcenschonende Infrastruktur. Die EIB unterstützt damit nicht nur die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe, sondern fördert auch die grüne Transformation des Tourismussektors. EIB-Vizepräsident Karl Nehammer betonte: „Diese Vereinbarung erleichtert KMU den Zugang zu Kapital. Mit solchen Partnerschaften helfen wir Betrieben, in Qualität, Modernisierung und Nachhaltigkeit zu investieren – und sichern damit Wertschöpfung in allen Regionen Österreichs.“
Strategische Tourismusförderung
OeHT-Geschäftsführer Matthias Matzer unterstrich die strategische Wirkung der Darlehen: „Wir können damit hunderte Betriebe bei Investitionen unterstützen, die andernfalls möglicherweise aufgeschoben worden wären. Dabei verstehen wir Nachhaltigkeit nicht als Schlagwort, sondern als klaren Auftrag für die Zukunft des Tourismus.“ Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner ergänzte: „Die OeHT stellt mit geförderten Finanzierungen sicher, dass die strategischen Zielsetzungen der Tourismuspolitik die betriebliche Ebene erreichen. Hier freut es mich ganz besonders, dass die EIB auch weiterhin als starke Partnerin an der Seite der OeHT und damit des Wirtschaftsministeriums steht. Letztlich sind die geförderten Investitionen aber nicht nur für den Tourismus, sondern die regionale Wertschöpfung und den Wirtschaftsstandort insgesamt von Bedeutung.“
Langjährige Partnerschaft
Die aktuelle Initiative knüpft an eine langjährige Zusammenarbeit zwischen EIB und OeHT an. In den vergangenen 30 Jahren wurden über 700 Millionen Euro an Darlehen für den österreichischen Tourismussektor bereitgestellt. Mit der neuen Vereinbarung soll diese Partnerschaft fortgesetzt und ein zentraler Wirtschaftszweig nachhaltig gestärkt werden. Der Tourismus und die Freizeitwirtschaft tragen direkt oder indirekt rund 14 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und sichern etwa 678.000 Arbeitsplätze in Österreich. Mit mehr als 157 Millionen Nächtigungen verzeichnete das Jahr 2025 ein Rekordergebnis.
(PA/red)
