Australien stoppt Work-and-Holiday-Visa
Australien genehmigt seit Juli keine Work-and-Holiday-Visa aus 23 Ländern, darunter Österreich.
Seit Anfang Juli werden Anträge auf Work-and-Holiday-Visa aus 23 Ländern in Australien vorübergehend nicht mehr genehmigt. Betroffen ist auch Österreich. Ursprünglich hatte die australische Regierung die Maßnahme damit begründet, die Zahl der Anträge über das Jahr gleichmäßiger verteilen und die Nettozuwanderung besser steuern zu wollen. Eine Aufhebung des Visa-Stopps ist bisher nicht erfolgt. Neben Österreich sind unter anderem die Schweiz und Luxemburg betroffen. Das Work-and-Holiday-Visum ermöglicht Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, bis zu ein Jahr in Australien zu leben und zu arbeiten. Besonders bei Backpackern ist das Visum beliebt.
Regierung unter Druck
Der Visa-Stopp steht im Zusammenhang mit einer Reihe von Maßnahmen, mit denen die australische Regierung die Zuwanderung begrenzen und stärker auf qualifizierte Migration ausrichten will. Die sozialdemokratische Regierung steht dabei auch innenpolitisch unter Druck. Die rechtspopulistische Partei One Nation fordert seit Längerem eine deutlich restriktivere Einwanderungspolitik. Bei einer Nachwahl im Mai 2026 gewann die Partei erstmals einen Sitz im australischen Unterhaus. Auch in aktuellen Umfragen konnte sie zulegen.
Mehr Gewicht für qualifizierte Migranten
Eine zentrale Rolle in der australischen Einwanderungspolitik spielt die sogenannte General Skilled Migration. Bewerber werden dabei nach einem Punktesystem bewertet. Entscheidend sind unter anderem Alter, Englischkenntnisse, Berufserfahrung und Ausbildung. Auch die Nominierung durch einen Bundesstaat kann berücksichtigt werden. Die Regierung plant eine grundlegende Überarbeitung des Systems. Ab Mitte 2027 sollen jüngere und hoch qualifizierte Bewerber mit sehr guten Englischkenntnissen stärker gewichtet werden.
Vorgehen gegen Visa-Missbrauch
Mit den Maßnahmen will Australien die jährliche Nettozuwanderung von zuletzt rund 300.000 auf 225.000 Menschen reduzieren. Neben Arbeitskräften mit geringer Qualifikation geraten dabei auch internationale Studierende stärker in den Fokus. Erstmals wurde zudem ein Studiengang wegen mutmaßlichen Visa-Missbrauchs aus dem australischen Bildungssystem gestrichen. Betroffen ist das Graduate Diploma of Management. Staatssekretär Julian Hill begründete die Entscheidung unter anderem mit einer hohen Zahl zuvor abgelehnter Visa und einer hohen Studienabbruchsquote. Australien wolle weiterhin internationale Studierende aufnehmen, gleichzeitig aber stärker auf die Qualität und Integrität des Bildungssystems achten, erklärte Hill.
(APA/red)