Flughafen München plant Milliarden-Ausbau

Mit einer Erweiterung des Terminal 2 sollen künftig bis zu zehn Millionen zusätzliche Passagiere abgefertigt werden.

23.07.2026 8:57
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Erste Pläne für den Ausbau des Terminals gab es bereits vor Beginn der Corona-Pandemie.

Die Lufthansa und der Flughafen München haben die konkreten Planungen für den Ausbau des zweiten Terminals gestartet. Mit dem Vorhaben soll die internationale Bedeutung des zweitgrößten deutschen Flughafens weiter gestärkt werden. Flughafenchef Jost Lammers und Lufthansa-Drehkreuzmanager Heiko Reitz stellten das Projekt vor. Nach den Plänen soll das Terminal künftig Kapazitäten für bis zu zehn Millionen zusätzliche Passagiere pro Jahr bieten. Die Eröffnung des Erweiterungsbaus ist für das Jahr 2035 vorgesehen.

Neue Langstreckenverbindungen geplant

Im Zuge des Ausbaus will die Lufthansa mindestens zehn weitere Langstreckenflugzeuge in München stationieren. Nach der Fertigstellung sollen von dort aus zahlreiche zusätzliche Ziele in Übersee angeflogen werden. Nach Angaben von Flughafenchef Lammers ist der Bau einer dritten Startbahn für die geplante Erweiterung nicht erforderlich. Ein entsprechendes Vorhaben war zuvor von den Umlandgemeinden abgelehnt worden.

Erweiterung soll rund zwei Milliarden Euro kosten

Das zweite Terminal wird gemeinsam von der Lufthansa und dem Flughafen München betrieben. Auch die Finanzierung des geplanten Ausbaus soll über das gemeinsame Unternehmen erfolgen. Der Neubau ist als „T-Stiel“ bekannt, da er im rechten Winkel an das bestehende Terminal anschließen und die Form des Buchstabens T ergänzen soll. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Baukosten auf rund zwei Milliarden Euro. Eine endgültige Kostenberechnung liegt bislang noch nicht vor.

Mehr Abfertigungskapazität und zusätzliche Arbeitsplätze

Der rund 550 Meter lange Erweiterungsbau soll nach seiner Fertigstellung Platz für die Abfertigung von zwölf Großraumflugzeugen oder 22 kleineren Maschinen bieten. Zudem rechnet der Flughafen mit 8.000 bis 9.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Mit den geplanten zehn Millionen zusätzlichen Passagieren würde der Erweiterungsbau allein ein Fluggastaufkommen erreichen, das in etwa den gesamten Passagierzahlen des Flughafens Stuttgart im Jahr 2025 entspricht.

Branche rechnet langfristig mit weiterem Wachstum

Erste Pläne für den Ausbau des Terminals gab es bereits vor Beginn der Corona-Pandemie. Die damals erwartete kontinuierliche Zunahme des Luftverkehrs wurde jedoch durch die Pandemie und weitere Krisen unterbrochen. So hatte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol im Jahr 2018 für das Jahr 2024 noch mit knapp 13 Millionen Flügen in Europa gerechnet. Tatsächlich wurden im vergangenen Jahr nach aktuellen Eurocontrol-Daten europaweit 11,1 Millionen Starts und Landungen registriert. Gleichzeitig zeigt sich ein deutlicher Aufwärtstrend.

Ausbau auch an anderen Flughäfen

Die Luftfahrtbranche geht weiterhin von langfristig steigenden Passagierzahlen aus. Erst im Frühjahr wurde am Flughafen München die Erweiterung des Terminals 1 eröffnet, die Kapazitäten für bis zu sechs Millionen zusätzliche Fluggäste schafft. Am Flughafen Frankfurt nahm zudem das neue Terminal 3 den Betrieb auf, das Platz für bis zu 19 Millionen Passagiere bietet. Im vergangenen Jahr nutzten mehr als 43 Millionen Passagiere den Flughafen München. Damit lag das Fluggastaufkommen weiterhin rund 20 Millionen unter dem des Frankfurter Flughafens, der seine Spitzenposition in Deutschland behauptet.

(APA/red)

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