Steuersenkung in deutscher Gastronomie kaum merkbar
Trotz der seit Jahresbeginn geltenden Steuersenkung blieben 91 Prozent der untersuchten Preise unverändert, während acht Prozent sogar stiegen.
Die Mehrwertsteuersenkung für die deutsche Gastronomie hat nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die erhoffte Entlastung für Gäste nicht gebracht. Laut einer am Donnerstag in Berlin präsentierten Studie wurden lediglich rund ein Prozent von mehr als 180.000 untersuchten Gerichten günstiger.
Viele Preise blieben unverändert
Die von wmp consult im Auftrag der NGG durchgeführte Untersuchung erfasste Preise in mehr als 12.000 Restaurants. Demnach blieben 91 Prozent der Preise unverändert, während rund acht Prozent sogar stiegen. Im Durchschnitt verteuerten sich die untersuchten Gerichte um 0,5 Prozent. Besonders häufig wurden demnach Bowls, Schnitzel und Steaks teurer. In Hamburg und Bremen sowie in den meisten westlichen Bundesländern wurden laut Studie im Schnitt mehr Preissteigerungen festgestellt als im Osten Deutschlands.
Auch Personal unzufrieden
Parallel dazu sieht die Gewerkschaft wachsenden Frust unter den Beschäftigten. Laut einer bundesweiten Befragung hätten 71 Prozent bereits darüber nachgedacht, die Gastronomie zu verlassen. NGG-Chef Guido Zeitler kritisierte, dass auch die Beschäftigten bislang nicht von der Steuerentlastung profitiert hätten, und forderte bessere Löhne und Arbeitsbedingungen. Die Mehrwertsteuer auf Speisen war in Deutschland Anfang 2026 dauerhaft von 19 auf sieben Prozent gesenkt worden. Die Maßnahme war unter anderem mit einer möglichen Entlastung der Konsumenten begründet worden. Bei vollständiger Weitergabe der Steuerersparnis hätten die Endpreise laut NGG rechnerisch um rund zehn Prozent sinken können.
(APA/red)