Tourismus setzt auf Digitalisierung
Beim Österreichischen Tourismustag stand die digitale Zukunft der Branche im Mittelpunkt – mit Fokus auf KI, Internationalisierung und Ganzjahrestourismus.
Der österreichische Tourismus blickt auf eine gute Buchungslage, sieht sich jedoch gleichzeitig mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Beim Österreichischen Tourismustag (ÖTT) im Wiener Austria Center diskutierten rund 900 Vertreterinnen und Vertreter der Branche über die künftige Ausrichtung des Tourismusstandorts Österreich.
Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner betonte, dass die aktuellen Erfolge kein Grund seien, sich zurückzulehnen. Wichtige Zukunftsthemen seien die fortschreitende Digitalisierung, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die wirtschaftliche Stärkung der Betriebe sowie der weitere Ausbau des Ganzjahrestourismus. Gleichzeitig sollen bewährte Stärken wie Kulinarik, Kultur, Gesundheit, Bewegung sowie Veranstaltungs- und Kongresstourismus weiter ausgebaut werden.
Auch Wirtschaftskammer-Präsidentin Martha Schultz verwies darauf, dass gute Nächtigungszahlen nicht automatisch wirtschaftlichen Erfolg bedeuten. Entscheidend sei, international sichtbar zu bleiben und sich an neue digitale Such- und Buchungsgewohnheiten der Gäste anzupassen. Künstliche Intelligenz verändere den Wettbewerb nachhaltig.
Für die Österreich Werbung steht zudem die Ansprache jüngerer Zielgruppen im Fokus. Geschäftsführerin Astrid Steharnig-Staudinger hob hervor, dass vor allem authentische Erlebnisse und emotionale Urlaubsmomente für die Generation Z an Bedeutung gewinnen.
Rückendeckung erhält die Branche von der Politik. Wirtschafts- und Tourismusminister Wolfgang Hattmannsdorfer bekräftigte die Bedeutung des Tourismus für die heimische Wirtschaft. Die neue Tourismusstrategie „Vision T 2035“ soll die Wertschöpfung weiter steigern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Im aktuellen Doppelbudget wurden wichtige Fördermaßnahmen für die Branche abgesichert. Dazu zählen die Senkung der Lohnnebenkosten, die Fortführung der Tourismusförderung über die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) sowie eine Erhöhung der Mittel für die Österreich Werbung. Diese soll künftig unter anderem eine KI-Strategie für die Tourismusbetriebe entwickeln und die internationale Vermarktung Österreichs weiter vorantreiben.
Weitere Maßnahmen betreffen den Arbeitsmarkt. Das Saisonkontingent für Arbeitskräfte wurde deutlich erhöht, zudem bleibt das sogenannte „Zwischenparken“ von Beschäftigten beim AMS außerhalb der Hauptsaison weiterhin möglich. Laut Hattmannsdorfer sei dies für viele saisonabhängige Betriebe unverzichtbar.
Die Branche bewertet insbesondere die Senkung der Lohnnebenkosten und die Planungssicherheit bei Arbeitskräften positiv. Insgesamt wurde beim Tourismustag deutlich, dass Österreichs Tourismus auf Digitalisierung, Innovation und internationale Sichtbarkeit setzt, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
APA/Red.
