Spätsommer brachte Buchungsschub

Die Nachfrage nach Urlaubsreisen bleibt hoch, gebucht wird angesichts der globalen Unsicherheiten aber zunehmend kurzfristig.

13.10.2026 12:03
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45 Prozent der mehr als 1.000 Befragten haben bereits mindestens einen Urlaub zwischen November und April gebucht oder planen konkret einen oder mehrere Winterurlaube.

Die ungewöhnlich sommerlichen Temperaturen im Herbst sorgen bei den Reiseveranstaltern noch einmal für Bewegung bei den Buchungen. Auch bei TUI Österreich haben die kurzfristigen Buchungen zuletzt deutlich angezogen.

Mehr Buchungen seit September

TUI war zunächst gut in die Sommersaison gestartet. Bis Februar hat es laut TUI-Österreich-Chef Gottfried Math eine starke Entwicklung gegeben, anschließend sorgten der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran sowie die Beeinträchtigungen internationaler Flughäfen im Nahen Osten für Verunsicherungen. Destinationen wie die Türkei seien daraufhin deutlich zurückgegangen. Seit Anfang September hat sich das Bild wieder verändert. Dabei lag der Umsatz auf Gruppenebene laut TUI um zwei Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch die Herbstferien seien gut gebucht, insbesondere Ägypten und Antalya. Im bisherigen Sommerhalbjahr von Mai bis Oktober liefen Griechenland, die Türkei sowie Spanien mit den Balearen und Kanaren besonders gut. Griechenland bleibt laut Math bei TUI Österreich die beliebteste Destination, mehr als ein Drittel der Gäste reist dorthin. Bei den Fernreisen lagen die USA, die Malediven und Mauritius vorne. Kanada verzeichnete auf vergleichsweise niedrigem Niveau ein starkes Plus.

Wintergeschäft ebenfalls noch unter Vorjahr

Die kurzfristige Buchungsweise setzt sich nach Einschätzung von TUI auch in der Wintersaison fort. Für den Winter, der im November beginnt, liegt der gebuchte Umsatz derzeit noch vier Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig ziehe das Geschäft Woche für Woche an. Auch auf Konzernebene liegen Sommer und Winter derzeit noch unter dem Vorjahresniveau. Das Ziel sei, den Rückstand noch aufzuholen, erklärte Konzernsprecher Aage Dünhaupt. Beim Sommer konnte TUI das Minus in den vergangenen drei Monaten bereits von sieben auf zwei Prozent reduzieren.

Urlaub bleibt trotz Unsicherheit gefragt

Dass die Reiselust weiterhin vorhanden ist, zeigt auch eine Mitte September durchgeführte YouGov-Umfrage. Demnach haben 45 Prozent der mehr als 1.000 Befragten bereits mindestens einen Urlaub zwischen November und April gebucht oder planen konkret einen oder mehrere Winterurlaube. Weitere 23 Prozent sind noch unentschlossen. Bei der Buchung spielt auch die Budgetsicherheit eine Rolle. Laut Math entschieden sich 40 Prozent der TUI-Kunden für „all inclusive“, während 25 Prozent ihren Winterurlaub lediglich mit Frühstück buchen.

Reisen werden teurer

Gleichzeitig steigen die Reisepreise weiter. Bei TUI verteuern sich Fernreisen im Winter durchschnittlich um 16 Prozent, auf der Mittelstrecke um sieben Prozent. Über alle Strecken ergibt sich ein Plus von zwölf Prozent. Allerdings würden inzwischen auch umfassendere Reisepakete verkauft als im Vorjahr. Bei vergleichbaren Produkten liege die Preissteigerung im Schnitt bei drei bis vier Prozent und damit im Bereich der Inflation. Für den Winter stehen bei TUI derzeit Spanien und Ägypten an der Spitze der beliebtesten Reiseziele. Dahinter folgen Thailand, die Malediven, Mauritius, die Dominikanische Republik, Österreich, die USA, Mexiko und Portugal. Auf der Mittelstrecke führen Hurghada, Gran Canaria, Teneriffa, Marsa Alam und Fuerteventura. Die Winterbuchungen für Österreich liegen bei TUI über dem Vorjahresniveau.

(APA/red)

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