Neue Allianz für freiwillige Reise-Biometrie

Eine neue Branchenallianz fordert von der EU klare Regeln für biometrische Verfahren, die schnellere Abläufe ermöglichen und die Wahlfreiheit der Passagiere sichern.

05.10.2026 9:12
red04
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Biometrische Verifizierung soll vor allem wiederholte manuelle Dokumentenkontrollen reduzieren.

Fünf große Akteure der Luftfahrt- und Reisebranche haben die „Responsible Biometrics Travel Industry Coalition“ gegründet. ACI Europe, Amadeus, IATA, IDEMIA Public Security und SITA wollen damit Einfluss auf die künftige europäische Regulierung biometrischer Technologien nehmen. Im Zentrum steht die Forderung, Passagieren die freiwillige Nutzung biometrischer Verfahren weiterhin zu ermöglichen, ohne dabei Datenschutz und Privatsphäre zu schwächen. Hintergrund ist der geplante „Digital Omnibus“, mit dem die EU ihr Regelwerk für digitale Technologien vereinfachen und Innovationen fördern will. Die Branche befürchtet allerdings, dass dadurch unbeabsichtigt Einschränkungen für den freiwilligen Einsatz biometrischer Verfahren im Reiseverkehr entstehen könnten.

Schneller durch den Flughafen

Biometrische Verifizierung soll vor allem wiederholte manuelle Dokumentenkontrollen reduzieren. Flughäfen und Fluggesellschaften versprechen sich davon einen besseren Passagierfluss und eine effizientere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Gleichzeitig könne sich das Personal stärker um Reisende kümmern, die zusätzliche Unterstützung benötigen. Die Allianz argumentiert zudem mit der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Luftverkehrs. Ein klarer und technologieneutraler Rechtsrahmen könne Investitionen erleichtern und europäischen Technologieunternehmen ermöglichen, biometrische Lösungen weiterzuentwickeln und auf dem europäischen Markt zu skalieren.

Freiwilligkeit als zentrale Forderung

Trotz der gewünschten breiteren Nutzung soll die Entscheidung bei den Passagieren bleiben. Die Unternehmen fordern, dass Reisende selbst bestimmen können, ob sie biometrische Daten verwenden und diese wieder löschen lassen wollen. Nicht-biometrische Alternativen sollen weiterhin zur Verfügung stehen. Laut der Global Passenger Survey der IATA wären 74 Prozent der Befragten bereit, biometrische Daten anstelle eines Reisepasses oder einer Bordkarte zu verwenden. Voraussetzung aus Sicht der Allianz ist jedoch, dass der Einsatz freiwillig, sicher und auf die jeweilige Reise beschränkt bleibt. Im Manifest „Advancing Responsible Biometrics in Europe“ formuliert der Zusammenschluss seine Vorstellungen für einen europäischen Rechtsrahmen. Die Unternehmen plädieren darin für mehr rechtliche Klarheit und einen öffentlich-privaten Dialog über den Einsatz biometrischer Technologien. Gleichzeitig sollen Datenschutz und Grundrechte gewahrt bleiben. Mit ihrer gemeinsamen Initiative wollen die fünf Organisationen nun stärker mit EU-Politik und Behörden über die künftige Regulierung sprechen. Ziel ist ein Rahmen, der den Einsatz biometrischer Verfahren im Reiseverkehr ermöglicht, ohne die Wahlfreiheit der Passagiere einzuschränken.

(PA/red)

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